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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 06:51 Uhr

Crivitz : Anton wird Gartenbauer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Von der Förderschule in die Ausbildung: 16-Jähriger lernt beim Crivitzer Fachbetrieb von Frank Steffen

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 16:00 Uhr

Baumpflege und Baumpflanzungen. Das sind derzeit ein Großteil der Arbeiten, mit denen sich Anton Hallas beschäftigt. Das ist der Jahreszeit geschuldet. Aber das Pflastern liege ihm mehr, sagt er. „Das fetzt.“ Warum? „Da sieht man besonders gut, was man gemacht hat.“ In Raben Steinfeld hatte die Crivitzer Firma Gartenlandschaftsbau Frank Steffen eine Auffahrt gepflastert. Der 16-jährige Anton, der in diesem Unternehmen eine Ausbildung zum Gartenbauhelfer absolviert, war dabei, hat selbst Steine verlegt. Die Kunden haben, als die Arbeit fertig war, ihn und seine Arbeit gelobt. „Darüber habe ich mich gefreut“, sagt Anton. Der Crivitzer hat in der Förderschule in Sternberg seine Berufsreife erworben. Das Lernen fällt ihm nicht leicht. Eine sogenannte Vollausbildung ist daher nicht möglich. Bei der Ausbildung, die Anton jetzt macht, steht die Praxis im Vordergrund.

Anton wusste nach der Schule ziemlich genau, was er wollte. Einen Job im Gartenbau. Er kannte den Chef von Gartenlandschaftsbau Crivitz. Dort habe er mehrere Schülerpraktika absolviert, erzählt Anton. Schon früher habe er dem Firmenchef bei Arbeiten im Crivitzer Stadtgebiet zugeschaut, sich dafür interessiert. So sei letztlich der Wunsch entstanden, eine Lehre im Gartenbau aufzunehmen. Bei Frank Steffen. Die Arbeitsagentur in Schwerin half, die Ausbildung in die Wege zu leiten und so wurde der Ausbildungsvertrag geschlossen. Der Crivitzer Unternehmer war sich bewusst, das er unter Umständen mehr Zeit für seinen Schützling braucht, um ihm etwas zu erklären oder zu zeigen. Doch Anton arbeitet nicht allein. Entweder sind die anderen Mitarbeiter oder der Chef selbst dabei. Mitunter frage der Lehrling zweimal nach, manchmal auch dreimal, beim vierten Mal aber sollte er die Aufgabe verstanden haben, so Frank Steffen.

Antons Berufsschule befindet sich in Greifswald. An seinem ersten Schultag fuhr der Chef ihn hin. Steffen wollte sich ein Bild von der Schule machen, die Lehrer kennen lernen, um so auf eventuelle Fragen besser vorbereitet zu sein. Überhaupt ist das Verhältnis zwischen Chef und Lehrling gut. Wie auf dem Bau duzt man sich auch hier. Aber eins macht der Unternehmer auch klar. Er habe der Ausbildung zugestimmt, nicht um der Ausbildung willen. Seine Firma könne frisches Blut gebrauchen. Wenn Anton die Ausbildung nach drei Jahren beendet, würde Frank Steffen ihn gern behalten. Anton hat sich vorgenommen, nach der Lehre als Gartenbauhelfer den Facharbeiter zu machen. Das sei möglich, sagt Cornelia Beyer von der Arbeitsagentur. Mit 17 will der junge Mann aber erst einmal den Führerschein erwerben.

Das Leistungsspektrum des Unternehmens Steffen mit insgesamt sechs Mitarbeitern, darunter geringfügig Beschäftigten, ist umfangreich. Frank Steffen: „Wir begrünen Dächer, bauen Schwimmteiche, übernehmen Ausgleichspflanzungen, errichten Wildschutzzäune, pflegen Hecken, Sträucher und Bäume, fällen Gehölze. Und wir pflastern, das zumeist auf Privatgrundstücken.“ Im Herbst gehe es vorrangig um Baumpflegearbeiten oder Fällungen. Gestern war die Truppe in Vorbeck, hat Totholz aus Straßenbäumen entfernt.

Wenn der Arbeitstag zu Ende ist, beschäftigt sich Anton gern mit Musik. Er ist DJ, erzählt er, und legt bei privaten Feiern Musik der 80er, 90er und 2000er Jahre auf. Außerdem ist Anton Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Tramm und spielt im Tammer Sportverein Fußball. Er fühlt sich gut aufgehoben – nicht nur in der Arbeit.

Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Er soll helfen, Vorurteile gegenüber Behinderten und Rehabilitanden, dazu gehören auch Förderschüler, abzubauen.

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