Hut ab : Ans laute Geknatter hat er sich gewöhnt

Alles wartet auf sein Zeichen: Thomas Hölker hisst seit 18 Jahren die grüne Fahne in Goldenstädt.
Alles wartet auf sein Zeichen: Thomas Hölker hisst seit 18 Jahren die grüne Fahne in Goldenstädt.

Thomas Hölker kümmert sich seit 18 Jahren um die Sicherheit beim Autocross

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11. September 2015, 12:00 Uhr

Seine grüne Fahne flattert im Wind. Um ihn rum knattern die Motoren. Der Arbeitsplatz von Thomas Hölker ist alles andere als ruhig. Und auch von Entspannung ist nicht viel zu merken. Er muss stets wachsam sein, alles im Blick haben. Der Lohn für diesen Job? Der wird in herzlichen Worten und den einen oder anderen Schulterklopfer ausgezahlt. Denn Thomas Hölker steht ehrenamtlich bei jedem Autorennen auf der Goldenstädter Anlage.

Schon beim ersten Crosslauf 1997 war er dabei. Mittlerweile sind viele Jahre ins Land und vor allem viele Starts an ihm vorbeigezogen. Wie viele es genau sind – der Goldenstädter hat aufgehört mitzuzählen. Aber eines ist klar: „Kein Rennen ist wie das andere. Es bleibt auch nach so vielen Jahren immer wieder spannend“, erklärt der 51-Jährige. Schon am Abend vor dem Renntag kontrolliert er die Bahnen. Schaut, ob die Reifenstapel in der richtigen Höhe an der richtigen Stelle liegen. Zu seinem Bahndienst gehört auch die Einteilung der anderen freiwilligen Helfer. „Es sind alles Feuerwehrleute, da wir im Ernstfall ja auch eingreifen müssen“, erklärt Thomas Hölker. Ab und zu gebe es brenzliche Situationen, da die Wagen schnell unterwegs sind. „Da kommt es durchaus vor, dass sich jemand überschlägt oder aus der Bahn saust. Zum Glück ist noch nie etwas Schlimmes passiert“, sagt er und holt tief Luft und ergänzt: „Das soll auch so bleiben.“

Selbst hat sich Thomas Hölker nur ein Mal hinter das Steuer eines Rennwagens gesetzt. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um da mitzumachen. Das ist verdammt schnell. Und Komfort geht anders“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Neben seiner Arbeit an der Tankstelle in Lübesse und den Stunden auf der Rennstrecke, opfert er seit Jahren einen Großteil seiner Freizeit für die Jugendfeuerwehr. Als Jugendwart engagiert er sich in der Nachwuchsarbeit. Und als Feuerwehrmann feiert er jetzt sein 30-jähriges Dienstjubiläum. „Ich muss selbst etwas schmunzeln. Die Zeit verging wie im Flug. Nun ist es schon so lange“, sagt der Goldenstädter nachdenklich, dessen Feuerwehrlaufbahn in Rastow begann.

Gern erinnert sich Thomas Hölker an die ersten Jahre in der Goldenstädter Rennarena. „Damals waren viele Teams aus der Region dabei. Das hat leider etwas nachgelassen. Schade“, sagt er. Dennoch genießt er in den Rennpausen vor allem das Gespräch mit Bekannten am Rande der Rennstrecke. Viele Gäste kommen seit Jahren. „Da trifft man dann auch mal die Leute aus der Gemeinde, die man sonst nicht sieht“, sagt er und ist auch schon wieder auf dem Sprung.

Der nächste Lauf startet gleich, die Wagen haben sich an der Startlinie positioniert. Alles wartet auf sein Kommando: Und schon schnellt die grüne Flagge in die Luft. Die Motoren heulen auf, der Dreck fliegt und Thomas Hölker schaut ihnen zufrieden hinterher. So wird es auch die nächsten Jahre sein, wenn die Autocrosser ihre Runden auf der Goldenstädter Bahn drehen.

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