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19. November 2017 | 02:27 Uhr

Schwerin : An Vorzeigeorten bröckelt der Lack

vom

Kaputte Gehwege, zerfahrene Bordsteinkanten, beschmierte Bänke, beklebte Straßenlampen - Schwerins Vorzeigeplätze haben Schaden genommen. Für etliche Millionen Euro hergerichtet, ist an vielen Stellen schon der Lack ab.

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erstellt am 10.Feb.2012 | 09:40 Uhr

Schwerin | Kaputte Gehwege, zerfahrene Bordsteinkanten, beschmierte Bänke, beklebte Straßenlampen - Schwerins Vorzeigeplätze haben Schaden genommen. Für etliche Millionen Euro hergerichtet, ist an vielen Stellen schon der Lack ab. "Um dem Werteverfall entgege nzuwirken, bräuchte die Stadt jährlic h rund fünf Millionen Euro für ihre Straßen und Plätze", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. "Im Haushalt sind dafür aber nur 2,5 Millionen veranschlagt." Das Augenmerk der Stadt liegt deshalb auf Unfallverhütung und der Vorbeugung von größeren Folgeschäden.

Beispiel Strand: Zippendorfs Ortsbeiratsvorsitzender Peter J. Harke hat zahlreiche Fotobelege gesammelt: Die Wurzeln der Stieleichen heben die Pflastersteine; einige Bänke sind so zerstört, dass sie nicht mehr aufgebaut wurden, Steine aus dem Promenadenrondell platzen weg, die Metall-Reling zwischen Straße und Grünfläche hat große Lücken und schließlich stünden die Eichen an der Promenade viel zu dicht. 14 Jahre nach der Anpflanzung vor Ort seien sie so dicht gewachsen, dass sie nicht nur den Blick auf den See versperrten, sondern auch die Laternen einwuchern. Dickes Lob gibt es allerdings für die Sauberkeit am Strand und für die kurze n Dienstwege bei einer akuten Beschwerde.

Zuständig für die Pflege der Schweriner Straßen und Plätze sind die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, kurz SDS. Rund 40 000 Euro wenden sie jedes Jahr allein für die Strandpromenade auf: Reinigung, Reparaturen der Bänke, Zäune und des Spielschiffes verschlingen jedes Jahr gut 300 Arbeitsstunden.

"Mit dem Strand sind wir immer noch sehr zufrieden", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. 1998 wurde er mit EU-Mitteln neu gestaltet. "Nachdem jetzt auch die Häuser im Westen saniert wurden, sieht es dort sehr ansprechend aus. Die Straßen sind in Ordnung, der Sand selbst bei Hochbetrieb im Sommer sehr sauber." Mit Pflaster steinen, die sich wegen des starken Wurzelwerks heben, müsse man einfach leben - so lange von ihnen keine Gefahr für die Benutzer ausgehe. "Das Problem mit den Stieleichen und den Wunsch, einige von ihnen wegzunehmen, habe ich an die entsprechenden Fachämter weitergegeben und bin dabei - offen gestanden - auf kein großes Verständnis gestoßen."

Beispiel Werderstraße: Wegen der Enge der Straße nach der Sanierung und der fast ständig besetzten Parkbuchten nutzen vor allem Kleintransporter - oftmals Handwerker oder Paketdienste - den nagelneuen Bürgersteig als Park- oder Halteplatz. Nicht nur durch die Last der Fahrzeuge, sondern auch durch das Kurbeln und Rangieren lösen sich nun die Pflastersteine. Ein Problem, das die Stadt kennt. "Der Ordnungsdienst legt auf die Verkehrssünder dort ein besonderes Augenmerk", sagt Frieders dorff. Allerdings sei für manchen Handwerker ein Knöllchen leichter zu akzeptieren als weitere Arbeitsstunden wegen des langen Weges von der Baustelle zum Wagen, wo auch das Material lagert.

Friedersdorff bleibt nur der Appell an die Schweriner, ihre Stadt pfleglicher zu behandeln. In jedem Stadtteil. Schwerin täglich komplett zu säubern und jeden entstandenen Schaden zu reparieren, sei schlicht nicht drin. "Es gibt außerhalb der üblichen Verdächtigen, die Sachen bewusst zerstören und beschmieren, leider auch eine Gruppe von Menschen, die mit einer Unverschämtheit mit der Stadt umgehen - Leute, die Flaschen zerschlagen, Hundekot liegenlassen oder dreist zwölf Stunden auf dem Bürgersteig parken." Die Stadt selbst versuche, mit geringen Mitteln das Beste herauszuholen. Die Bürger indes müssten einsehen, dass sie für ihr Umfeld selbst mit verantwortlich sind. Friedersdorff: "Alles können wir nicht machen."

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