Flüchtlinge : An manchen Schulen wird es eng

So sieht echte Hilfe aus: Viktoria und Vanessa (r.) haben die Patenschaft für Rahaf aus Syrien übernommen.
So sieht echte Hilfe aus: Viktoria und Vanessa (r.) haben die Patenschaft für Rahaf aus Syrien übernommen.

Damit alle Flüchtlingskinder am Unterricht teilnehmen können, sucht die Stadt nach zusätzlichen Räumen – aber auch Lehrer fehlen

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25. September 2015, 08:00 Uhr

Vanessa und Viktoria kennen sich aus mit Deutsch und Mathe. Und die beiden Schwestern, die gemeinsam die Klasse 3 c in der Astrid-Lindgren-Schule in Neu Zippendorf besuchen, geben ihr Wissen weiter – an Rahaf und Haniyeh aus Syrien. „Vanessa und Viktoria haben die Patenschaft für die Flüchtlingsmädchen übernommen, unterstützen sie im Unterricht und bei den Hausaufgaben“, sagt Klassenlehrerin Gabi Stricker nicht ohne Stolz.

Die Lindgrenschule mit Grundschul- und Regionalschulteil gehört in Schwerin zu den Schwerpunktschulen für Flüchtlingskinder – gemeinsam mit der Grundschule am Mueßer Berg, der Niels-Holgersson-Grundschule und der Erich-Weinert-Regionalschule. Das Besondere: An diesen Schulen werden für Mädchen und Jungen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und anderen Ländern Kurse Deutsch als Zweitsprache angeboten. „Darüber hinaus nehmen die Kinder aber an dem ganz normalen Unterricht teil“, betont Caren Gospodarek-Schwenk, Leiterin des Amtes für Jugend, Schule und Sport in Schwerin.

Die Amtschefin macht keinen Hehl daraus, dass die Kapazitäten an den Schwerpunktschulen angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms weitgehend ausgeschöpft sind. „Es wird spürbar enger“, sagt Gospodarek-Schwenk. Konkrete Zahlen will sie allerdings nicht nennen. Zwar gebe es noch freie Plätze an anderen Schulen im Stadtgebiet, doch halte die Stadt bereits Ausschau nach Erweiterungsmöglichkeiten, so die Amtsleiterin. „Wir müssen gewährleisten, dass alle Kinder ihre Schulpflicht erfüllen können.“

Beim Thema Räumlichkeiten arbeite die Verwaltung eng mit den Schulen zusammen, erklärt die verantwortliche Abteilungsleiterin, Manuela Gabriel. Für zusätzlich benötigtes Personal sei aber das Land zuständig.

Komplett ausgelastet sind nach Angaben von Amtsleiterin Gospodarek-Schwenk auch die Horte an den Schwerpunktschulen. Auch in diesem Bereich suche die Stadt bereits nach neuen Räumen. Doch es gebe wie bei den Schulen ein grundsätzliches Problem: „Wir können nur schwer planen, weil wir nicht genau wissen, wie viele Menschen noch zu uns kommen.“

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