Immer Dreister : An einem Tag 15 „Enkeltricks“

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Polizei: Betrüger wollen immer dreister ans Ersparte von Senioren

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15. Februar 2014, 08:00 Uhr

Er habe ein Auto gekauft, befinde sich beim Notar, brauche unbedingt Geld. Ein bisschen seltsam klang die Geschichte schon, die ein angeblicher Neffe am anderen Ende der Telefonleitung einer älteren Schwerinerin auftischte. Und deshalb ließ sich die Seniorin auch nicht auf die Sache ein. „Richtig gemacht“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. So genannte Enkeltrick-Betrüger hätten mal wieder in der Stadt ihr Unwesen getrieben. „Allein am Donnerstag sind 15 Fälle bekannt geworden“, berichtet Salow. Geld sei aber nicht geflossen. „Überall blieb es beim versuchten Betrug.“

Die Bevölkerung reagiere inzwischen sensibel auf dubiose Anrufe, und die Polizei habe umgehend reagiert und schon nach den ersten aktuellen Fällen die Öffentlichkeit informiert, betont der Leiter des Schweriner Kriminalkommissariates, Jörg Ninnemann, der auch einen ersten vorsichtigen Ermittlungserfolg vermelden kann. Im Umfeld eines möglichen Ortes für eine Geldübergabe im Mueßer Holz hätten zivile Polizeikräfte eine 19-jährige Frau vorläufig festgenommen, die sich „sehr auffällig“ verhalten habe. „Die Tatverdächtige ist wegen Bandendiebstahls schon polizeibekannt“, so Ninnemann. Möglicherweise sollte sie als Geldbotin fungieren, die weiteren Ermittlungen müssten aber erst Näheres ergeben.

Die Polizei schließe nicht aus, dass die mutmaßlichen Betrüger noch bei weiteren Schweriner Senioren angerufen hätten, erklärt der Kripo-Chef. In den bekannt gewordenen Fällen seien Summen zwischen 10 000 und 25 000 Euro gefordert worden. Ins Visier von Anrufern, die sich als Verwandte ausgeben, sind in dieser Woche aber nicht nur Rentner aus der Landeshauptstadt geraten. Auch aus dem Raum Wismar und Ludwigslust wurden Fälle gemeldet.

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