Hilfe in Schwerin : An der Seite der Opfer

Stellten anlässlich des Tages der Kriminalitätsopfer ihre Arbeit vor: Tobias Olschewski, Ulrike Behrens und Klaus Schmidt (v.l.) von der Opferhilfe Schwerin.
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Stellten anlässlich des Tages der Kriminalitätsopfer ihre Arbeit vor: Tobias Olschewski, Ulrike Behrens und Klaus Schmidt (v.l.) von der Opferhilfe Schwerin.

Seit zehn Jahren: Berater der Evangelischen Jugend helfen Betroffenen von Straftaten, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten

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30. März 2016, 16:00 Uhr

Opfern von Gewalttaten dabei zu helfen, das Geschehene zu verarbeiten, wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen, das ist das Ziel der Arbeit der Opferhilfe Schwerin. Seit zehn Jahren gibt es die Anlaufstelle der Sozial-Diakonischen Arbeit – Evangelische Jugend jetzt. Im vergangenen Jahr suchten 143 Klienten den Rat der Experten in der Wismarschen Straße 148.

„Wer Gewalt erlebt hat, kommt oft nicht zur Ruhe, kann nicht arbeiten, nicht schlafen, macht sich vielleicht auch noch selbst Vorwürfe“, sagt Klaus Schmidt von der Opferhilfe. Gemeinsam mit seinen Kollegen Ulrike Behrens und Tobias Olschewski versucht er deshalb, Betroffenen einen Weg aus der Opferrolle aufzuzeigen. „Wir hören zu, beraten, begleiten, schauen, ob eine Therapie nötig ist, vermitteln weiter“, so Schmidt. Das Tempo bestimme der Ratsuchende.

Um Betroffenen von Straftaten beizustehen, arbeitet die Opferhilfe unter anderem eng mit der Polizei, der Stadt, Sozialarbeitern und dem Weißen Ring zusammen. „Diese Netzwerkarbeit spielt eine wichtige Rolle in unserer Tätigkeit“, betont Schmidt. Dabei sei die Opferhilfe selbst schon Teil einer integrierten Beratungsstelle, die außerdem eine Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung, eine Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie eine Allgemeine Soziale Beratung vorhalte.

Menschen, die sich im vergangenen Jahr an die Opferhilfe wandten, wurden bedroht, genötigt, misshandelt, gemobbt, erfuhren Gewalt auch auf andere Weise. Die Anzahl der Ratsuchenden und der Beratungsgespräche habe sich in den zurückliegenden zehn Jahren auf einem hohen Niveau eingepegelt, erklärt Schmidt. Mit den 143 Klienten im Jahr 2015 seien insgesamt 344 Gespräche geführt worden. Auch Kinder aus dem Verein „Power for Kids“ und ihre Eltern hätten zu den Ratsuchenden gehört.

Am 17. Juni begehen die Opferhilfe ihr zehnjähriges und die Evangelische Beratungsstelle ihr 25-jähriges Jubiläum. Das Team der Opferhilfe wird in diesem Jahr bei einer bundesweiten Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs mitarbeiten. Geplant sind darüber hinaus im Sommer ein Theaterprojekt im öffentlichen Raum und im Oktober ein Fachtag zum Thema „Trauma und Justiz“.

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