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Technische Probleme vom Tisch: : Amt Crivitz jetzt besser vernetzt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ fragte bei Vorsteherin Heike Isbarn zu anfänglichen technischen Problemen, zum Haushalt und um geplanten Anbau nach

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 16:00 Uhr

 

 

Heike Isbarn ist seit mehr als 100 Tagen Vorsteherin des Amtes Crivitz. Die 51-jährige Juristin aus Boiensdorf bei Wismar wurde Ende April gewählt und übernahm das Amt im Mai. Das Besondere: Es ist mit 17 Kommunen und rund 25 000 Einwohnern die größte Verwaltungsgemeinschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Es entstand aus den Ämtern Crivitz, Banzkow und Ostufer Schweriner See. SVZ-Redakteurin Heidrun Pätzold sprach mit der Verwaltungs-Chefin über ihren Start in Crivitz.

 

Frau Isbarn, haben Sie sich schon einleben und ihr neues Wirkungsfeld kennen lernen können?

Isbarn: Ich denke schon. Ich habe zum Teil Wochenenden genutzt, um mir einige Gemeinden anzuschauen. Andere sind mir von den Sitzungen vertraut, die wir vom Amt begleiten. Ich kenne zwar noch nicht jede Gemeindevertretung, aber jede Woche lerne ich eine weitere kennen.

Und wie gefällt Ihnen Ihr neuer Wirkungsbereich?

Sehr gut. Es ist eine eher ländlich geprägte Region mit schönen Landschaften. Ganz neu ist die Gegend für mich nicht. Ich habe Anfang der 1990er-Jahre in Raben Steinfeld gewohnt und in Schwerin in einem Ministerium gearbeitet.

Sie haben vorher bei Wismar gewohnt, kündigten an, umzuziehen. Haben Sie ein neues Zuhause gefunden?

Mein Mann und ich haben eine schöne Dachgeschosswohnung in Pinnow gefunden, von der aus wir uns in Ruhe nach einem geeigneten Objekt zum Kauf umsehen.

Ist die Führung eines solch großen Amtes eine Herausforderung für Sie?

Oh, ja, aber eine sehr schöne.

Die Fachbereiche des Amtes sind neu geordnet, einige nach Banzkow und Rampe umgezogen. Anfangs gab es technische Probleme. Sind diese behoben?

Mittlerweile ja. Wir hatten mit instabilen Datenleitungen zu kämpfen. Seit Ende Juli sind die Pannen behoben. Telekom hat neue Leitungen gelegt, die Standorte Crivitz, Banzkow und Rampe sind jetzt gut vernetzt.

Haben die Einwohner diese Probleme zu spüren bekommen?

Ja. Wer einen Personalausweis oder Pass neu beantragen wollte, musste in den Bürgerbüros länger warten oder sogar weggeschickt werden. Die Rechner funktionierten nicht, die Programme stürzten immer wieder ab. Dafür konnten die Mitarbeiter aber nichts. Sie waren genauso frustriert wie manche Einwohner. Was normalerweise in zehn Minuten erledigt gewesen wäre, hat mitunter bis zu 45 Minuten gedauert.

Apropos Bürgerbüros. Wie werden sie angenommen?

In erster Linie geht es um das Pass- und Meldewesen, um die Ausgabe von Dokumenten. Da sollen die Wege für die Bürger möglichst kurz sein. Wir wollen künftig auch an einem Sonnabend im Monat das Bürgerbüro in Crivitz öffnen. Damit wollen wir vor allem Pendlern, die werktags auswärts arbeiten, entgegenkommen.

Ist Genaueres geplant?

Wir möchten das Bürgerbüro in Crivitz jeden ersten Sonnabend von 9 bis 12 Uhr öffnen und damit am 6. September beginnen. Im Oktober und November wäre ausnahmsweise am zweiten Sonnabend geöffnet. Im Gegenzug planen wir, am Mittwoch keine Sprechzeiten mehr vorzuhalten. Ich will auch gleich den Grund sagen: Die Mitarbeiter brauchen Zeit, um die vielen Vorgänge abzuarbeiten.

Wie wären dann die neuen Sprechzeiten?

Das Amt hätte dann, wenn es jetzt so beschlossen wird, montags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Arbeit?

Wir arbeiten zweigleisig. Zum einen geht es darum, die interne Verwaltungsarbeit zu organisieren. Das geht los bei Fragen zu Stellenbewertung, gleitender Arbeitszeit, Computerprogrammen und der Zuordnung der einzelnen Aufgaben. Die Arbeitsweise in den drei Ämtern war unterschiedlich. Wir müssen sie jetzt für das größer gewordene Amt neu ordnen. Da fangen wir quasi bei Null an. Zum anderen haben wir unsere externe Verwaltungsarbeit. Die Gemeindevertretungen und der Amtsausschuss haben sich konstituiert, die Fachausschüsse stehen: Sie alle beginnen mit ihrer Arbeit. Und wir begleiten sie dabei fachlich, nehmen an den Sitzungen teil.

Es gibt Gemeinden im Amt Crivitz, die noch keinen Haushalt haben. Wir haben bald September. Ist das nicht ungewöhnlich?

Nicht unbedingt: Vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, dass Eröffnungsbilanzen erstellt werden müssen und das im Januar gebildete Amt auch mit den Wahlen im Mai viel zu tun hatte. Das Amt selbst hat auch noch keinen Haushalt, er soll am 9. September beschlossen werden. Einige Gemeinden arbeiten mit einem vorläufigen Haushalt, andere warten, bis der Amtshaushalt steht, in dem ja die Amtsumlage für die 17 Kommunen festgeschrieben wird.

Können Sie schon verraten, wie hoch die Umlage ausfallen wird?

Da werde ich dem Amtsausschuss nicht vorgreifen.

Die drei Ämter haben mit dem Ziel fusioniert, die Kosten in der Verwaltung zu senken. Gibt es dafür schon zaghafte Anzeichen?

Im Haushalt 2014 wird es keine größeren Einsparungen geben. Nicht geben können. Der technische Aufwand der Zusammenführung kostet zunächst Geld. Und der Fusionsvertrag schließt Änderungskündigungen drei Jahre lang aus. Mit den drei Standorten, die wir noch vorhalten müssen, kann der Aufwand nicht geringer werden. Langfristig, davon bin ich überzeugt, werden die Verwaltungskosten sinken. Aber das braucht Zeit.

Der Amtsausschuss hat sich festgelegt: Der Verwaltungssitz in Crivitz soll einen Anbau erhalten. Wie geht es weiter?

Wir werden ein so genanntes Raum-Programm erarbeiten, das den Platzbedarf der Mitarbeiter aufzeigt. Auch andere Fragen wie die nach den Parkplätzen sind noch im Detail zu klären. Dann stellen wir den Bauantrag, ebenso einen Antrag auf Fördermittel. Beides wird geprüft, und vielleicht kann im Herbst nächsten Jahres mit dem zweigeschossigen Anbau begonnen werden.

Der soll 3,2 Millionen Euro kosten. Woher kommt das Geld?

Wir rechnen mit einer hohen Förderung, aber die Gemeinden des Amtes sind natürlich durch die Amtsumlage finanziell beteiligt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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