Verkehr in Schwerin : Ampeln im Takt des Berufsverkehrs

Viel befahren: die Kreuzung Obotritenring, Wittenburger Straße.
Viel befahren: die Kreuzung Obotritenring, Wittenburger Straße.

Verkehrsmanagement: Nach anfänglichen Irritationen funktionieren jetzt neue Fahrradregelungen auf dem Obotritenring

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18. August 2016, 05:00 Uhr

Die Ampel auf dem Obotritenring an der Kreuzung Wittenburger Straße ist im Berufsverkehr das Nadelöhr von Schwerin mit den längsten Staus. Neuerungen wie der Fahrradschutzstreifen auf dem Ring und die Abschaffung des grünen Rechtsabbiegerpfeils aus Richtung Kongresshalle haben zusätzliche Fragen aufgeworfen. Ist der Verkehr sicherer geworden? Kann durch längere Grünphasen für den Ring der Verkehr auf der Hauptader flüssiger gemacht werden – gegebenenfalls zum Nachteil der Wittenburger? SVZ fragte im städtischen Verkehrsamt nach.

Leiter Bernd-Rolf Smerdka gibt Antwort. Zunächst verweist er darauf, dass die Ampelschaltungen bereits auf die Stoßzeiten abgestimmt wurden: „Das Programm 1 beinhaltet längere Freigabezeiten für den Obotritenring am Knotenpunkt Wittenburger Straße. Im Programm 2 erhält die Nebenrichtung mehr Freigabe und wird im Berufsverkehr geschaltet. Eine Machbarkeitsuntersuchung hat aber ergeben, dass bei längeren Umlaufzeiten – derzeit dauern die Grünphasen zirka 100 Sekunden – die Leistungsfähigkeit an diesem Knoten wieder sinkt. Entscheidende Verbesserungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit würden sich nur durch die Errichtung zusätzlicher separater Linksabbiegespuren auf dem Obotritenring erreichen lassen“, so Smerdka. Doch dafür sei kein Platz.

Dass der grüne Rechtsabbiegerpfeil von der Wittenburger auf den Obo in einen Leuchtsignalpfeil umgewandelt wurde, sei notwendig geworden, weil Fahrradfahrer in der für sie eingezeichneten Wartefläche auf der Kreuzung stehen könnten. „Der Rechtsabbiegepfeil leuchtet in einem definierten Zeitraum, in dem sich keine Radfahrer in der Wartefläche für das indirekte Linksabbiegen befinden können“, erklärt der Verkehrsexperte. In der Anfangsphase seien die Rechtsabbieger durch zusätzliche Beschilderung auf die geänderte Signalisierung hingewiesen worden. „Nach unseren Beobachtungen findet die neue Regelung jetzt Beachtung“, so Smerdka.

Er räumt aber auch ein, dass bislang die Aufstellfläche auf der Kreuzung von Radfahrern geringer genutzt wird als die alte Variante, nämlich auf die Grünphase für Fußgänger zu warten. Die Verkehrsexperten der Stadt sind sich sicher, dass künftig vor allem Vielfahrer die Aufstellfläche nutzen werden.

Es gibt noch weitere Grünpfeil-Veränderungen durch das Aufzeichnen des Fahrradschutzstreifens auf dem Ring: an der Kreuzung mit der Lessingstraße. Dort besteht zudem noch die gesicherte Ausfahrt für Radfahrer aus dem Jungfernstieg. Am Knoten Obotritenring, Lübecker Straße existiert der Aufstellbereich für Radfahrer nur in Richtung Gadebusch. Da hier aus Richtung Platz der Freiheit kein Grüner Blechpfeil vorhanden war, musste eine Umrüstung auf einen beleuchteten Grünpfeil nicht erfolgen.

Die Verkehrsexperten sind mit den Neuregelungen zufrieden. Ende des Jahres soll es eine Auswertung geben. Der Nahverkehr indes steht Schutzstreifen skeptisch gegenüber, weil er sie wegen geringer Spurbreiten überfahren muss.


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