Schweriner Flüchtlingshilfe : Amerikaner grillen mit Russen

Syrer, Russen und Amerikaner feiern gemeinsam mit Deutschen und anderen Zuwanderern in der Kleingartenanlage Panorama in Neumühle ein fröhliches Grillfest.
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Syrer, Russen und Amerikaner feiern gemeinsam mit Deutschen und anderen Zuwanderern in der Kleingartenanlage Panorama in Neumühle ein fröhliches Grillfest.

In der großen Politik kriselt es – im Kleinen funktioniert das Miteinander: Delegation aus den USA besucht Schweriner Flüchtlingshilfe

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30. Mai 2017, 23:11 Uhr

In Stern Buchholz besichtigten sie die Erstaufnahmestelle für Asylbewerber, in Neumühle schleppten sie Kies für das Kleingartenprojekt der hiesigen Flüchtlingshilfe. 21 Amerikaner haben sich in Schwerin darüber informiert, was in Deutschland für die Menschen getan wird, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind. „Die Gäste waren von dem Erlebten sichtlich beeindruckt“, sagt der Sprecher der Schweriner Flüchtlingshilfe, Claus Oellerking.

In der großen Politik kriselt es zwischen Europa und den USA. Ein Streitpunkt: die Flüchtlingspolitik. Auf dem jüngsten G-7-Gipfel verhinderte US-Präsident Donald Trump einen umfassenden Plan zur Bewältigung der Zuwanderung. Schlagworte vom „G-Null-Gipfel“ und vom „Trampel-Trump“ machten die Runde. Eiszeit zwischen dem Präsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um so wichtiger seien jetzt persönliche Kontakte nach Übersee, erklärt Oellerking. Und der Sprecher der Flüchtlingshilfe hat diese Verbindungen. Im vergangenen Jahr hatte er mit seiner Frau die USA besucht und Vorträge über die Arbeit der vielen Flüchtlingshelfer in Schwerin gehalten.

Nun also der Gegenbesuch: 21 Amerikaner kamen nach Schwerin, vier Professoren und 17 Studenten der University of Minnesota und des College of St. Scholastica in Duluth und der University of Wisconsin in Superior, Sozialwissenschaftler und angehende Sozialarbeiter. Auf dem Besuchsprogramm: natürlich eine Führung durch das Schloss. Aber die Gäste aus den USA, auf einer zehntägigen Reise durch Deutschland, waren nicht in erster Linie als Touristen nach Schwerin gekommen. Im Rathaus nahmen sie an einer Diskussionsrunde über Syrien teil, in Stern Buchholz besichtigten sie die Erstaufnahmestelle, staunten über die Größe der Einrichtung und die vorhandene Infrastruktur. Mit Bus und Straßenbahn bewegten sich die Amerikaner durch die Stadt, ein syrischer Flüchtling half gern bei der Orientierung.

Ja, im Kleinen funktioniert das Miteinander der Kulturen, ob in der Sonntagsschule der Flüchtlingshilfe, die sich die US-Gäste ebenfalls ansahen, oder im Kleingarten Nummer 53 in der Anlage Panorama in Neumühle. Dort wurde beim Besuch der Amerikaner nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert. 100 Gäste trafen sich bei Grillwurst und Musik. „Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn etwa Syrer, Russen und Amerikaner gemeinsam im Takt wippen. Man fragt sich, warum es nicht überall auf der Welt so sein kann“, sagt Claus Oellerking.

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