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Allergie-Auslöser unterwegs : Ambrosia marschiert auf Pinnow zu

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Die Pollen von Ambrosia zählen zu den stärksten Allergie-Auslösern. Vermutlich hat sich die Pflanze jetzt in Pinnow ausgebreitet. Und zwar massenhaft.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 10:50 Uhr

Pinnow | Auf die Pinnower kommt was zu - und wahrscheinlich nichts Gutes: An der Straße von der Ampelkreuzung zum Gemeindezentrum und auf einem 200 Quadratmeter großen Biotop am Baggersee hat sich eine Pflanze ausgebreitet. Es ist wahrscheinlich Ambrosia. Das ist ein Einwanderer aus Nordamerika, der sich immer mehr in Europa ausbreitet. Das Schlimme daran: Die Pollen von Ambrosia zählen zu den stärksten Allergie-Auslösern. Sie können zu schweren heuschnupfenartigen Symptomen oder gar zu Asthma führen. Bei gefährdeten Menschen reichen schon kleinste Pollenmengen für eine entsprechende Reaktion aus.

"Dass es diese Pflanze hier gibt, hätte ich nicht vermutet", erzählt Jovita Rippel. Die 53-Jährige interessierte sich sehr dafür, was so alles vor ihrer Haustür wächst und gedeiht. Als die Pinnowerin im vorigen Jahr beifußartige Pflanzen am Straßenrand und am Baggersee entdeckte, kaufte sie sich ein Nachschlagewerk. Jovita Rippel wollte genau wissen, um was es sich handelt. Das Ergebnis überraschte sie - und es erschreckte sie zugleich: Ambrosia. "Jeden Tag nach Feierabend entfernte ich mühevoll einen Arm voller Pflanzen", berichtet die Pinnowerin. "Ich habe gehofft, den Kampf gegen die Ausbreitung wenigstens im Biotop stoppen zu können." Doch das war vergeblich. In diesem Frühjahr sind neue Ambrosia-Pflanzen, es handelt sich um eine einjährige Pflanze, wieder da. Und noch mehr als im Vorjahr. Im Internet hat sich Jovita Rippel inzwischen auch fachkundig gemacht. Im Frühling, bis in den Juni hinein, wächst Ambrosia ganz unspektakulär zwischen frischem Grün auf. "Dann ist es noch ungefährlich", berichtet die Pinnowerin. Wenn die Pflanze mit Wurzel ausgerissen wird, verrottet sie auf dem Kompost. Problematisch wird es mit der Blüte und mit der Samenbildung. Die Pollen könne die allergischen Reaktionen auslösen. Die Samen sorgen für eine weitere Verbreitung. Die Crux dabei: Die Samen können über Jahrzehnte im Boden liegen und bleiben keimfähig. Jovita Rippel ist besorgt: "Inzwischen stehen die Ambrosia-Pflanzen hier in voller Blüte." Sie hatte bereits Gemeinde und Landkreis informiert. Doch nicht ist passierte. Deshalb wandte sie sich an die SVZ, um so ihre Nachbarn zu alarmieren: "Wir müssen uns gemeinsam daran machen, die Ausbreitung zu verhindern. Jetzt."

Das Gesundheitsamt des Kreises Ludwigslust-Parchim wurde erst gestern durch die Anfrage unserer Redak tion auf den Ambrosia-Fund aufmerksam. Sofort ging eine Meldung ans Pflanzenschutzamt raus. Heute soll in Pinnow überprüft werden, ob es sich tatsächlich um Ambrosia handelt. Wenn ja, werden Bekämpfungsmaßnahmen festgelegt und eingeleitet. Überrascht zeigen sich die Fachleute über die Angaben zum Ausmaß des Befalls: In diesem Umfang habe es so etwas in Norddeutschland noch nicht gegeben.

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