Lübstorf : Am Wahlsonntag für Nachbarn da

Noch sitzt der Lübstorfer Friedrich Niemann entspannt in seinem Garten, am Wahlsonntag begrüßt er im Wahllokal die Bürger.
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Noch sitzt der Lübstorfer Friedrich Niemann entspannt in seinem Garten, am Wahlsonntag begrüßt er im Wahllokal die Bürger.

Friedrich Niemann freut sich auf ein munteres Kennenlernen, wenn er am 24. September als Wahlvorsteher in Lübstorf tätig ist

svz.de von
09. September 2017, 16:00 Uhr

Die Ära Merkel hat er „voll mitgemacht“. Seit wann genau Friedrich Niemann aber Wahlhelfer ist, daran kann er sich mehr erinnern. Doch die Amtszeiten der Regierungschefs können einem Wahlhelfer bei der zeitlichen Orientierung schon einmal helfen.

Friedrich Niemann packt seit rund zwölf Jahren im Lübstorfer Wahllokal bei der Auszählung der Stimmen und Ablauf des Wahltages mit an – und ist damit einer von vielen Ehrenamtlichen, die am 24. September bei der Wahl-Organisation mithelfen. „Anfangs war ich Stellvertreter, seit einigen Jahren bin ich Wahlvorsteher“, erklärt Friedrich Niemann, während er entspannt in seinem Garten sitzt, die kleinen Hunde um ihn herumtollen und die Karthäuser-Katze auf der Holzbank schnurrt.

Wahlhelfer in Lübstorf ist er durch die Nachfrage des damaligen Bürgermeisters gekommen. „Irgendwann hat er mich angesprochen und gefragt, ob ich nicht mithelfen möchte“, erzählt der 67-Jährige. Dabei konnte der Gemeindechef nicht wissen, dass Niemann bereits in seiner alten Heimat einmal Wahlhelfer war. „In Nordrhein-Westfalen wurde ich per Anschreiben berufen“, erinnert sich Friedrich Niemann. „Ich habe das Amt angenommen und aus dem Nichts heraus gemacht.“ Nach der Wende, 1994, zog Friedrich Niemann mit seiner Frau ins Schweriner Umland. Jahrelang war er Personalchef im Statistischen Landesamt und damit an den Wahlwochenenden immer im Dienst. Dann kam die Anfrage des Bürgermeisters, und Niemann wurde Lübstorfer Wahlhelfer – dieses Mal mit Schulung durch das Amt. „Die Demokratie lebt doch davon, dass man auch mithilft. Ich sehe es als moralische Verpflichtung“, erklärt er seine Entscheidung.

Genauigkeit und eine gewisse Kontaktfreude zu Menschen müsste eine Person mitbringen, um Wahlhelfer zu sein. „Ansonsten ist es recht simpel“, erklärt Niemann. Am Wahltag tritt zuerst die gesamte Mannschaft an, um den Ablauf zu klären, dann werden kurze Schichten eingeteilt. Gegen 18 Uhr, wenn die Wahllokale schließen, ist das Helfer-Team wieder vollständig. Dann geht die Arbeit los: Auszählen. „Bei der anstehenden Wahl ist das Zählen relativ zügig erledigt, aber bei Verbundwahlen, das heißt wenn Europawahl und Kommunalwahl zusammenfallen, ist es komplizierter“, so der Lübstorfer. Doch beim Auszählen und Begutachten gibt es immer wieder Überraschungen. „Manchmal sind die Kreuze richtig gesetzt, aber es stehen Botschaften auf dem Wahlzettel.“ Der ist dann ungültig.

Niemann wünscht sich, dass vielleicht auch jüngere Leute Wahlhelfer werden. Er empfindet die Wahltage immer sehr gesellig – besonders wenn viele wählen kommen. „So lernst du dann auch den ganzen Ort kennen“, erzählt Friedrich Niemann und freut sich auf ein munteres Kennenlernen am 24. September.

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