Kultur-Rückblick : Am Theater bricht eine neue Ära an

Zur Aida-Aufführung in diesem Jahr kamen 27 000 Zuschauer auf den Alten Garten.
Zur Aida-Aufführung in diesem Jahr kamen 27 000 Zuschauer auf den Alten Garten.

Mehr als ein Intendantenwechsel: Joachim Kümmritz verabschiedet sich mit Aida auf dem Alten Garten, Lars Tietje bringt neue künstlerische Führungsriege mit

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29. Dezember 2016, 16:00 Uhr

Das Theater um das Theater ist zu Ende. Die Umstrukturierung ist vollzogen. Das Land ist jetzt Hauptgesellschafter der gemeinnützigen Theater GmbH und hält rund 75 Prozent der Gesellschafteranteile, die Landeshauptstadt Schwerin und der Landkreis Ludwigslust-Parchim je zehn und die Stadt Parchim fünf.

Doch auch unter künstlerischem Aspekt ist eine neue Ära angebrochen: Joachim Kümmritz, der das Mecklenburgische Staatstheater an die 30 Jahre, davon 17 als Generalintendant, geprägt und mit Weitblick und Geschick durch die Stürme der Theaterreform gesteuert hat, ist in Schwerin in den Ruhestand gegangen. Zum Abschied gab es die Schlossfestspiele mit einer spektakulären Inszenierung der Verdi-Oper „Aida“ mit der Elefantendama Mala auf dem Alten Garten, die rund 27 000 Zuschauer sahen. Doch auf Theater verzichten kann Kümmritz nicht: Nachdem er seit zwei Jahren die Theater- und Orchester gGmbH Neubrandenburg-Neustrelitz führt, übernahm er jetzt auch die Intendanz am Volkstheater Rostock. In Schwerin wurde er zum Theatermitglied auf Lebenszeit ernannt.

Neuer Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters ist seit August Lars Tietje, der auch die meisten künstlerischen Leitungspositionen neu besetzt hat. Schauspieldirektor Martin Nimz löste Peter Dehler ab, Toni Burkhard ersetzt jetzt Dr. Ute Lemm als Operndirektor, Jutta Ebnother ist als Ballettdirektorin die Nachfolgerin von Sergej Gordienko. Sie alle begannen ihre Schweriner Zeit mit erfolgreichen Premieren, das Theaterpublikum strömt seit September neugierig in den Leuchtturm der Schweriner Kulturlandschaft. Mehr als 40 000 Besucher wurden bereits gezählt.

Allein das Weihnachtsmärchen „Pinocchio“ sahen mehr als 25 000 Zuschauer. Und auch die anderen Sparten freuen sich über großes Besucherinteresse. Die Nachfrage nach Karten für das Musical „My Fair Lady“ ist so groß, dass jetzt das gesamte Vorverkaufssystem neu strukturiert werden soll.

Tietjes bislang größter Erfolg: Das Mecklenburgische Staatstheater wurde gerade von Deutschlandradio Kultur für die Uraufführung „Ab jetzt ist Ruhe oder: Die fabelhafte Familie Brasch“ ausgezeichnet. Patrick Wengenroths Inszenierung des Familienromans von Marion Brasch zählt somit zu den zehn herausragenden Theaterinszenierungen des Jahres 2016. Tietje freut sich natürlich darüber: „Kaum drei Monate seit dem furiosen Dreierpack zum Spielzeitauftakt – und schon landet unser Schauspiel unter den Top Ten. Wir sind also auf dem richtigen Weg.“


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