Hegefischen des Kreisanglerverbands Schwerin : Am Pfaffenteich auf Aal und Brachsen

<fettakgl>Am windgeschützten Westufer des Pfaffenteichs</fettakgl> hatten die meisten  Teilnehmer des Hegefischens ihre Angeln ausgeworfen. Die größten Fische aber gab es am Nordufer. <foto>kawi</foto>
Am windgeschützten Westufer des Pfaffenteichs hatten die meisten Teilnehmer des Hegefischens ihre Angeln ausgeworfen. Die größten Fische aber gab es am Nordufer. kawi

Angeln am Schweriner Pfaffenteich - ungewöhnlich. Doch ein einziges Mal im Jahr dürfen Petrijünger dort ihre Ruten auswerfen: beim Hegefischen des Kreisanglerverbandes. Das ließen sie sich am Samstag nicht entgehen.

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03. Juni 2012, 08:03 Uhr

Paulsstadt | Angler am Pfaffenteich - ein ungewöhnlicher Anblick in Schwerin, denn nur ein einziges Mal im Jahr dürfen sie dort ihre Ruten auswerfen: beim traditionellen Hegefischen des Kreisanglerverbandes. Diese Gelegenheit ließen sich am Sonnabend die Petrijünger nicht entgehen, die zu Dutzenden aus Schwerin und Umgebung, aber auch aus Ludwigslust, Hagenow, Sternberg oder Parchim angereist waren. Denn die Geschichten von zentnerschweren Karpfen, riesigen Hechten und armdicken Aalen, die in Schwerins Binnenalster gesichtet worden sein sollen, halten sich hartnäckig.

Ralf Zachow glaubt nicht an das Anglerlatein, bestätigt aber: "Hier ist viel drin. Da der Pfaffenteich praktisch nicht beangelt wird, wachsen hier große Fische heran", sagte der Sportfischer aus Testorf bei Grevesmühlen, der seit vielen Jahren zum Pfaffenteichangeln kommt. 46 Fische mit einem Gesamtgewicht von 4,7 Kilo zog er in drei Stunden an Land. "Leider nur Plötzen, Plieten und Brachsen", kommentierte er lachend.

Der achtjährige Max aus der Jugendgruppe des Schweriner Sportanglervereins, die fast vollständig am Pfaffenteich war, hatte schon am Vorabend alles vorbereitet. Der Junge war am Sonnabend schon um 5 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig am Wasser zu sein, denn nach der Anmeldung durfte von 7 Uhr an geangelt werden. "Ich habe vier Brachsen, eine Plötze und einen Barsch gefangen, der war allerdings noch untermaßig. Den musste ich zurücksetzen", erzählte Max. Er war mit seinen 1300 Gramm im Eimer zufrieden, jedoch reichte das nur für Platz zwei bei den Jugendlichen. Den Pokal holte sich Arne Schmidt, der hundert Gramm mehr zu bieten hatte.

Am Westufer, wo die meisten Angler ihre Ruten ausgeworfen hatten, waren gleich mehrere Frauen dabei, gemächlich einen Fisch nach dem anderen ans Ufer zu ziehen. "Ich lasse mir Zeit", sagte Tamara Fey. "Sonst reißen die Plieten leicht wieder ab", erklärte die erfahrene Petrijüngerin aus Parchim. Letztendlich lagen mehr als 40 Fische in ihrem Eimer, darunter mehrere gute Brachsen. Das reichte zum Sieg bei den Frauen.

Doch als Ole Menck seinen Bottich öffnete, war das Staunen noch größer. Seine Brachsen - etwa ein 52 Zentimeter langer, 2,8 Kilo schwerer "Teller" - passten nicht auf einmal in den Eimer der Waage. 14,3 Kilo Weißfisch hatte der Ludwigsluster aus dem Wasser gezogen. Das war der Tagessieg. "Ich bin schon seit vielen Jahren beim Pfaffenteichangeln dabei. Ich setze mich dahin, wo andere nicht angeln", verriet er sein Geheimrezept.

Plötzlich ging ein Raunen durch die Schar der zum Wiegen versammelten Sportangler: René Kriening hatte zwar nicht viel in seinem Beutel, dafür aber den begehrtesten Fisch - einen stattlichen Raubaal. 73 Zentimeter war das fast armdicke Tier lang, das der Rosenhagener am stürmischen Ostufer aus dem Teich gezogen hatte. Den Aal nahm er mit nach Hause, während die anderen Fische in den großen Bottich des Zoos kamen. Vor allem die Pelikane können sich nun darüber freuen.

"Wir sind zufrieden", erklärte Christof Lechinger vom Organisationsteam. Solche Veranstaltungen seien eine gute Werbung für die Sportfischer. "Alle Kinder, die Interesse am Angeln haben, können am 23. Juni ab 7 Uhr zum Störkanal bei Raben Steinfeld kommen", kündigte der Jugendwart an.

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