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Bauarbeiten am Schloss Friedrichsthal : Am Jagdschloss wird weiter gebaut

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Der monatelange Streit mit Denkmalpflegern und Naturschützern um eine Konzeption für den Friedrichsthaler Forst scheint vorerst ausgeräumt. Am Jagdschloss Friedrichsthal kann nun weiter gearbeitet werden.

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2013 | 11:19 Uhr

Friedrichsthal | Der monatelange Streit um eine Konzeption für den Friedrichsthaler Forst scheint vorerst beigelegt. Und dadurch können auch die Arbeiten am Jagdschloss Friedrichsthal weiter gehen. Das bestätige Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff auf Anfrage unserer Zeitung. Investorin Jenny Kirchhoff aus Berlin will aus dem lange leerste henden Schmuckstück bald ein hochwertiges Wohnparadies mit Café, Seminarräumen und Gewerbe entwickeln (SVZ berichtete).

Einfach ist sie nicht, die denkmalgerechte Sanierung eines ursprünglichen Sommersitzes, der im Laufe von mehreren hundert Jahren Jagdschloss, Veranstaltungsraum, Erholungsheim des Kriegerverbandes, Bauernhochschule, Hilfskrankenhaus und Altenheim war. Die meisten Teile wurden erst später an das Original angebaut und stammen aus verschiedenen Epochen.

Dafür braucht es enge Absprachen mit den Denkmalbehörden von Stadt und Land - und genügend Quellenmaterial. Erst durch die akribische Recherchearbeit eines Fachmannes wurde beispielsweise in alten Bildern die ursprüngliche Farbe der Fensterrahmen am Jagdschloss gefunden. Das Ergebnis: Schon im 18. Jahrhundert waren sie weiß, genau wie heute. Farbuntersuchungen am Haus selbst gaben keine Hinweise: Die alt und verfal len wirkenden Fenster, die man heute dort sieht, stammen erst aus dem vergangenen Jahrhundert. Auf solchen wichtigen Basisinformationen fußt das Farbkonzept für das gesamte Haus. Jenny Kirchhoff betont, dass sie sich nahe an die Absichten des ersten Besitzers halten möchte: "Brandenstein hat das Haus als Sommersitz zur Erholung gebaut, darauf wollen wir uns bei der Sanierung zurückbesinnen." Jagdschloss wurde es erst einige Jahre später - und das auch nur mit mäßigem Erfolg. Nur wenige Jagden wurden in Friedrichsthal veranstaltet, oft stand das Anwesen einfach leer.

Doch bei der Abstimmung mit den Behörden war es nicht immer einfach für die Investorin - gerade mit Blick auf den angrenzenden Forst. Das Ziel war vorgegeben: Der Park Friedrichsthal soll als Naherholungsgebiet und Teil des Denkmals Jagdschloss Friedrichsthal schrittweise erschlossen werden. Nachdem die Beschäftigungsgesellschaft Zukunftswerkstatt bereits bis Ende 2007 die Gehwege rund um die versumpften Wasserflächen im Friedrichsthaler Forst instand gesetzt und auf der Grundlage alter Pläne und Karten einen Zugang vom Neubaugebiet Hellborn zum Park erschlossen hat, erfreut sich das Areal immer größerer Beliebtheit. Nicht nur die Friedrichsthaler wandern vom Sportplatz aus zum Neumühler See, auch aus anderen Stadtteilen kommen Erholung Suchende.

Die Eigentümerin des Jagdschlosses hat bereits im vergangenen Jahr für ihren Grundstücksbereich ein Teilkonzept für die Parkanlage Friedrichsthal erstellt. Doch bei der Abstimmung der Konzeptideen für das private Land am Jagdschluss und die angrenzenden Landesflächen gab es offenbar Probleme, die so weit führten, dass Jenny Kirchhoff auf eigene Kosten das benachbarte öffentliche Areal gleich mit beplanen sollte. Auch Schwierigkeiten mit der Denkmalpflege bremsten wimmer wieder den Baufortschritt. So wurde beispielsweise über die historisch belegte Zahl der Bäume im Rondell vor dem Jagdhaus gestritten. Heute stehen dort drei Bäume. Diese hinderlichen Themen sind inzwischen vom Tisch. Der Großteil der Flächen zwischen Jagdschloss und Neumühler See sind als Wald deklariert. Und das Waldgesetz steht über den Wünschen unterer und oberer Naturschutz- und Denkmalschutzbehörden. Auch dadurch kann am Jagdschloss nun weiter saniert werden.

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