zur Navigation springen

Baulücke am Schweriner Pfaffenteich schließt sich : Altes Denkmal wird neu gebaut

vom

Der Platz hat eine lange Geschichte - auch eine kurze als Partytreff: Die Baulücke am Pfaffenteich, in der zuletzt der Bolero-Beachclub zu finden war, wird geschlossen. Der SWG-Verwaltungssitz und Wohnungen entstehen.

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2012 | 07:04 Uhr

Altstadt | Der Platz hat Geschichte - eine lange, historische, aber auch eine kurze als Partytreff: Die Baulücke in der Arsenalstraße 12, in der zuletzt der Bolero-Beachclub zu finden war, wird geschlossen. In dieser Woche rücken die Tiefbauer an, um das Areal zu gründen. In nur zwölf Monaten Bauzeit soll das Gebäude stehen, in dessen erste drei Ebenen die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) mit ihrem Verwaltungssitz einziehen wird. Darüber entstehen zwei bzw. drei Eigentumswohnungen.

Zwischen 1842 und 1845 ist das Gebäude direkt neben Demmlers Wohnhaus am Südufer des Pfaffenteiches gebaut worden. Katersteig hieß die Straße damals. Erst 1853 erhielt die Straße in exponierter Lage den heutigen Namen nach dem benachbarten Arsenal. Anfangs beherbergte das Haus eine Schlosserwerkstatt. Danach zog die Großherzogliche Hofdruckerei in das Gebäude, dessen Flurstück sich bis an die Martinstraße erstreckt. Der Verlag des Regierungsblattes und der mecklenburgischen Zeitung war hier ansässig. Die ehemalige "Großherzogliche Bärensprung’sche Hofdruckerei" wurde bis zur Wende als Druckerei und Verwaltungsgebäude der Schweriner Volkszeitung genutzt. Auch die Lehrlingswerkstatt der Druckerei befand sich auf dem Grundstück. Für eine kurze Zeit Anfang der 1990er-Jahre hatte auch die SVZ-Lokalredaktion ihren Sitz in der Arsenalstraße 12.

Die Belastung durch die schweren Druckmaschinen hatte ihre Spuren hinterlassen - im Übrigen wie auch in der heutigen Stadtbibliothek. Dort wird bekanntlich auch über einen Abriss des Hinterhauses spekuliert und ein Neubau geplant. "Das Haus stand zwar unter Denkmalschutz, war aber wirklich nicht zu halten", berichtet Bauingenieur und Projektentwickler Stefan Hill, der seit 25 Jahren vorrangig Altbausubstanz neues Leben einhaucht. "Schon während der Untersuchungen der Bausubstanz sackten Teile immer weiter ab", erinnert sich Hill. Bis zu 47 Zentimeter Höhenunterschied habe es zwischen den Seiten des Gebäudes gegeben - ein Abriss wurde unumgänglich.

Nun kann Hill das alte Haus neu planen - im Auftrag von Investor Michael Weiß, der seit 15 Jahren auch in der Landeshauptstadt aktiv ist. Dafür muss es in den kommenden Wochen erst einmal tief in die Erde gehen. Von bis zu 27 Meter tiefer Gründung ist die Rede, da sich der Neubau über so genanntem Schwemmland von Pfaffenteich und Fließgraben erheben soll. Doch bereits nach zwölf Monaten Bauzeit soll das Haus stehen. Am 1. Oktober 2013 will die SWG ihren Verwaltungssitz aus der Weststadt an den Pfaffenteich verlegen. Erdgeschoss sowie erstes und zweites Obergeschoss wird der zweitgrößte Vermieter der Landeshauptstadt dann beziehen.

Darüber kann dann exklusiv gewohnt werden, verspricht Investor Weiß. Im dritten Obergeschoss und im Staffelgeschoss - oder auch Penthouse - entstehen zwei bzw. drei barrierefreie Wohnungen, die über einen separaten Eingang und einen Fahrstuhl erreichbar sind. Zwischen 130 und 160 Quadratmeter werden sie groß. Parkplätze gibt es im Übrigen auf dem Hinterhof - erreichbar von der Martinstraße aus. Die außergewöhnliche Ausstattung und Lage mit Blick auf Pfaffenteich und Ziegelsee hat allerdings auch einen besonderen Preis: Mehr als 400 000 Euro muss der künftige Wohnungsbesitzer schon hinlegen. Dafür bekommt er allerdings auch ein Zuhause mit hohem Neidfaktor. "Ich würde auf der Terrasse zu den Drachenbootrennen eine Loge machen und meine Geschäftsfreunde einladen", träumt sich Investor Weiß schon ein bisschen in eine mögliche Zukunft. Nur er sei ja kein Anwalt, der im Neubau auch seine Kanzlei einrichten will. "Aber möglich wäre es auf jeden Fall", sagt er lachend.

Wer mehr erfahren möchte, kann sich an Thomas Franck Immobilien wenden (info@tf-immobilien.com). Der Schweriner Kaufmann und Fachwirt für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft hat den Verkauf der Wohnungen übernommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen