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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 18:33 Uhr

Windkraft : Alte Windräder weichen neuen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Windkraft-Betreiber baut bei Sülte acht Anlagen ab und ersetzt diese mit leistungsfähigeren

von
erstellt am 05.Okt.2014 | 21:30 Uhr

Auf den Feldern bei Sülte werden acht Windräder abgebaut. Die ersten sechs sind bereits demontiert, die restlichen zwei folgen bis Mitte Oktober, informiert Jan Luttuschka. Er ist Mitbetreiber dieser Anlagen. Die alten Windräder sollen durch neue, größere ersetzt werden. Zwar nicht haargenau am gleichen Standort, aber doch in unmittelbarer Nähe.

Die jetzigen Windräder wurden im Dezember 1998 aufgestellt. Die Türme sind 65 Meter, die Flügel 20 Meter hoch, so dass die Windmühlen eine Gesamthöhe von 85 Metern haben. „Sie standen jetzt 16 Jahre, sind langsam in die Jahre gekommen“, erzählt Luttuschka, der seine Firma in Schwerin hat. In diesem Jahr halte das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) noch günstige Regelungen vor, wenn ältere Anlagen abgebaut werden. Diese wolle man nutzen, so der Firmeninhaber. Die Windräder könnten aber nach wie vor noch gute Dienste leisten, unterstreicht der Fachmann. Daher werden sie an Interessenten, das seien zumeist Betreiber aus Polen, Bulgarien und Irland, verkauft.

Eine Spezialfirma aus Wismar baut die Türme samt Flügel bei Sülte ab. Vor Ort dabei sind auch Mitarbeiter jener Unternehmen, die die Technik kaufen. „Sie packen bei der Demontage mit an und sind auch bei der Montage wieder dabei. Das erleichtert allen Beteiligten die Arbeit“, erklärt Luttuschka.

Von den alten Standorten werde künftig nichts mehr zu sehen sein. Denn auch das Fundament verschwinde. Der Beton werde herausgebrochen, geschreddert und kann dann als Recyclingmaterial – etwa als Untergrund für den Wegebau – eingesetzt werden.

Den abgebauten Anlagen sollen in den nächsten zwei Jahren neue, moderne folgen, so Jan Luttuschka. Sie werden eine Höhe von 150 Metern haben. „Sie sind vor allem leistungsfähiger, wir rechnen mit einem sechsmal höheren Energieertrag im Vergleich zu den alten Anlagen.“ Und, so sagt er, die Flügel der neuen Technik sollen sich geräuschärmer drehen.

Mit den Erträgen in der Vergangenheit waren die Betreiber nicht ganz zufrieden. Dennoch, so Luttuschka: „Es war auf alle Fälle ein Plusgeschäft.“ Die Eigentümer der Flächen erhalten eine Jahrespacht.

Kaum profitiert habe aber die Gemeinde Sülstorf von dem Standort. „Wir haben relativ wenig Gewerbesteuern an die Kommune gezahlt“, sagt der Betreiber. Mehr Geld floss nach Schwerin, weil hier der Firmensitz ist. Aber, so macht der Windmüller aufmerksam, das werde sich ändern. Denn seit einigen Jahren gibt es andere Regelungen. Bei neuen Anlagen würden künftig 70 Prozent der Gewerbesteuer an die Kommune gehen, in der die Windräder stehen. So sollen die betroffenen Gemeinden an der Wertschöpfung besser teilhaben. Nichtsdestotrotz habe man auch die Gemeinde Sülstorf in den zurückliegenden Jahren unterstützt, sagt Luttuschka. „Wir haben mehr als 10 000 Euro für Veranstaltungen wie Dorffeste, Ausflüge für Senioren und für die Arbeit der Feuerwehr gespendet.“

Jan Luttuschka geht davon aus, dass es mit der Genehmigung der neuen Anlagen keine Probleme geben werde. Die Gemeindevertreter sind über seine Pläne vorinformiert worden. Die Kommune müsse aber diesen Plänen noch zustimmen, informiert Bürgermeister Horst Busse. Genehmigungsbehörde ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg.

Neben den acht Windrädern, bei denen die Firma von Jan Luttuschka Mitbetreiber ist, gibt es noch weitere auf den Feldern bei Sülte: Insgesamt standen dort 27 Anlagen – zumeist auf Flächen von privaten Grundstücksbesitzern. Die restlichen Anlagen gehören anderen Betreibern. Deren Windräder seien noch nicht so alt, schon moderner und mit einer Höhe von 150 Metern auch leistungsfähiger, meint der Schweriner Firmeninhaber.

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