Aktion Stadtbild: So hat sich Schwerin verändert : Alte Villa wartet auf Erweckung

Immer noch marode: Die denkmalgeschützte Villa harrt noch ihrer Sanierung. Knackpunkt ist  die Wärmedämmung der Eingangsseite. Reinhard klawitter
Immer noch marode: Die denkmalgeschützte Villa harrt noch ihrer Sanierung. Knackpunkt ist die Wärmedämmung der Eingangsseite. Reinhard klawitter

Denkmalpflege und Investor ringen seit Jahren um die "richtige" Sanierung des Kleinodes in der Schweriner Mecklenburgstraße 66. Egal, ob in der Villa Wohnungen oder Büros entstehen, der Aufwand ist enorm.

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02. Mai 2013, 10:25 Uhr

Altstadt | "Wer diese Immobilie sanieren will, braucht einen langen Atem und viel Idealismus", sagt Unternehmer Torsten Hecht. Er hat vor rund fünf Jahren das Haus in der Mecklenburgstraße 66 erworben. Kurz danach ging in der Stadt die Rede, dass das Gebäude bis zur Bundesgartenschau saniert sein sollte (SVZ berichtete). "Das habe ich nie gesagt und das war auch unrealistisch", so Hecht. Das Problem: Das Haus ist ein Einzeldenkmal. "Es gibt natürlich Überlegungen, was aus dem Gebäude werden soll, aber das geht nicht konform mit den Vorstellungen der Stadt." Von Streit will Torsten Hecht aber auf gar keinen Fall sprechen - es werde diskutiert.

Egal, ob in der Villa Wohnungen oder Büros entstehen, der Aufwand ist enorm. Was die "Verwertung schwierig macht", soll heißen, dass das investierte Geld auch wieder reinkommen muss - die Mietpreise deshalb aber nicht ins Unendliche geschraubt werden können. Daran waren bereits die Vorbesitzer des seit nahezu 20 Jahren leer stehenden Gebäudes gescheitert. Die wollten die Immobilie am liebsten abreißen und an gleicher Stelle neu bauen. Doch da legte die städtische Denkmalpflege ihr Veto ein. Und eine denkmalgerechte Sanierung ist den damaligen Investoren zu teuer gewesen. Jahrelang lagen sie mit der Stadt im Streit - dann verkauften sie an Torsten Hecht. Der würde am liebsten "modern sanieren", wie er sagt. Da spielen die Behörden aber nicht mit. Und auch ein Neubau ist immer noch nicht möglich. Nach Ansicht der Verwaltung ist das Haus "Stadtbild bestimmend" und damit muss es unbedingt erhalten werden.

Derzeit drehen sich die Gespräche zwischen dem Investor und der Denkmalpflege um die Wärmedämmung der Fassade. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt der Chef des Amtes für Stadtplanung, Günter Reinkober. "Jetzt geht es nur noch um die Nordseite des Hauses." Das Problem: Wenn die Fassade eine 15 Zentimeter starke Dämmung bekommt und moderne, Fenster eingebaut werden, wird ihre Erscheinung "völlig verändert". "Die Fenster bekämen den Charakter von Schießscharten", meint Reinkober.

Torsten Hecht will aber einen langen Atem zeigen, auch "wenn einen manchmal die Lust verlässt". Gemeinsam mit der Stadt will er nach Lösungen suchen. Dass er ein historisch wertvolles Gebäude sanieren kann, hat er bereits bewiesen. Auf dem Grundstück zwischen der Mecklenburgstraße und der Graf-Schack-Allee steht zum Burgsee hin auch eine Jugendstil-Villa, in der sein Unternehmen Com In seinen Sitz hat. Dieses Haus gilt unter Fachleuten außen und innen als Schmuckstück. Bis auch das Haus Mecklenburgstraße 66 dazu geworden ist, bedarf es jedoch noch einiger Gespräche mit den Behörden.

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