Schwerin : Alte Schwimmhalle hat ausgedient

<strong>Gemeinsam den Hahn aufgedreht: </strong>Dieter Niesen und Stefan Kuß öffnen das 150er-Abflussrohr, damit das Wasser aus der Halle in die Kanalisation abfließt. <foto>klawitter</foto>
1 von 2
Gemeinsam den Hahn aufgedreht: Dieter Niesen und Stefan Kuß öffnen das 150er-Abflussrohr, damit das Wasser aus der Halle in die Kanalisation abfließt. klawitter

Sportdezernent Dieter Niesen drehte gestern der Dreescher Schwimmhalle offiziell das Wasser ab. Damit schafft Schwerin die Voraussetzungen für den Abriss der Halle. Jetzt hat nur noch die Schwimmhalle in Lankow geöffnet.

svz.de von
19. März 2013, 03:28 Uhr

Grosser Dreesch | Einen letzten Blick warf Sportdezernent Dieter Niesen in die Dreescher Schwimmhalle, bevor er den Schieber öffnete, um das Wasser der Halle offiziell abzulassen. Damit schafft die Stadt die wichtigsten Voraussetzungen für den Abriss der alten und den Bau der neuen Schwimmhalle. "Auf geht es, ich höre es schon fließen", sagt Niesen. Aber was passiert mit dem ganzen Wasser?

"Es dauert 24 Stunden bis das ganze Wasser abgelassen ist und in die Kanalisation fließt", informiert Stefan Kuß, Leiter der Schwimmhalle. Insgesamt 800 Kubikmeter Wasser befinden sich in beiden Becken der Dreescher Halle. "Das Kinderbecken und das große Becken sind an einen Kreislauf angeschlossen und werden auch zusammen ablaufen." Bevor das Wasser in die Kläranlage fließt werde das Chlor im Wasser neutralisiert. In der Anlage werde es dann ganz normal wieder aufbereitet. "Normal klingt zwar hierbei komisch, aber dies ist ein jährlicher Prozess", erläutert Kuß. Denn einmal im Jahr müsse aus hygienischen Gründen das Wasser einer Schwimmhalle abgelassen werden, um gereinigt zu werden.

Gemeinsam mit einem Team der Stadtverwaltung und dem Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) hat Kuß die weitere Planung für den Schwimmsport in Schwerin besprochen und auch an der Neubauplanung mitgearbeitet. "Ich möchte sichergehen, dass alles richtig funktioniert und die Schweriner eine gute Schwimmhalle haben."

Im September 1981 wurde die Schwimmhalle eröffnet und soll nun Platz für einen Neubau machen. "Ich bin froh, dass wir grünes Licht für den Schwimmhallenneubau erhalten haben. Dies ist eines der größten Bauvorhaben unserer Stadt", erklärt Niesen. Jährlich hatte die Halle rund 80 000 Besucher und rund 45 Schulen aus Schwerin und Umgebung haben in der Dreescher Halle Schwimmunterricht gehabt. "Wir haben jetzt das gesamte Schul- und Vereinsschwimmen in die Lankower Halle verlegt. Es wird zwar eng, aber das muss", erklärt Ingelore Schröder, Schwimmlehrerin in Schwerin. Zwar müssen sich die Jungen und Mädchen dort auf einen straffen Terminplan einstellen, aber dafür lernen alle Schweriner Kinder schwimmen, so Schröder weiter. "Wir haben jetzt ein komprimiertes Paket geschaffen, mit dem alle leben können, hoffe ich", erläutert Kuß.

"Der Abbruch beginnt voraussichtlich in der vierten Januarwoche mit dem Beseitigen der Schadstoffe und dem Entkernen, bevor dann die Bagger kommen", erklärt Ulrich Bartsch, Betriebsleiter des ZGM. Die noch verwertbaren Schwimmutensilien werden in die Lankower Halle mitgenommen oder gehen an die Wasserwacht, erklärt Kuß. Rund zehn Millionen Euro wird die Landeshauptstadt in das neue Bad investieren. Dabei wird die Stadt mit Städtebaufördermitteln von Bund und Land in Höhe von 5,6 Millionen Euro und einer Sonderbedarfszuweisung von 2,5 Millionen Euro unterstützt. Das Bad wird zwei Becken haben mit sechs und vier 25-Meter-Bahnen. Auch ein kleiner Planschbereich für die Kinder, wird in einem der Becken entstehen. "Mit dem Neubau haben wir eine sportlich ausgezeichnete Halle, die für jeden etwas bietet", sagt Kuß zufrieden. Jedoch auf eine Sauna müssen die Schweriner weiter warten. Die ist im Neubau nicht vorgesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen