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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 05:16 Uhr

Schwerin : Alte Gärtnerei muss weichen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deponiesicherung für gutes Trinkwasser: Demnächst werden am Finkenkamp als erstes Gehölze gerodet und Gebäude abgerissen

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Die Stadt macht ernst auf dem Finkenkamp. In den nächsten Tagen beginnen die Vorarbeiten für die Sicherung der ehemaligen Hausmülldeponie (SVZ berichtete). Büsche und Bäume werden abgeräumt. Wegen des Vogelschutzes müssen diese Arbeiten bis Ende Februar, mit einer Ausnahmegenehmigung bis Mitte März abgeschlossen sein. „Wir werden aber nur drei der insgesamt 4,2 Hektar vom Aufwuchs befreien“, sagt Marion Funk vom Zentralen Gebäudemanagement der Stadt (ZGM). „Es müssen Inseln als Rückzugsorte für die Vögel stehen bleiben.“

Sind die Gehölze weg, soll es an den Abriss der auf der Müllkippe stehenden Gebäude gehen: eine schon lange nicht mehr betriebene Gärtnerei und Garagen, von denen einige auch nicht mehr genutzt werden. Ob auch der Hundesportverein mit seinem Vereinshaus weichen muss, ist noch nicht so ganz klar. Und die drei Wohnhäuser, die auf der Deponie stehen und in Privatbesitz sind, werden auch nicht angetastet.

Über den kommenden Abriss hat das ZGM gerade Garagenpächter, Hundesportler und Anwohner informiert – und für überraschte Gesichter gesorgt. Vor allem die Garagennutzer hatten angeblich von dem Vorhaben noch nichts gehört. „Wir müssen die Pachtverträge zum 31. Dezember kündigen“, so Marion Funk. „Allerdings möchten wir schon früher mit dem Abriss beginnen.“

Ist die Deponie abgeräumt, soll sie „feinvermessen“ werden. Und durch weitere Bohrungen soll festgestellt werden, wo genau welcher Müll liegt. „Ein Wohnhaus und der Hundesportverein stehen möglicherweise gar nicht auf Finkenkamp abgelagerten Abfällen“, so Marion Funk. „Ein Wohnhaus soll auf einer Lehmschicht stehen.“ Erst wenn genau bekannt ist, in welchem Zustand die Müllkippe ist, wird festgelegt, wie die Sicherung erfolgen soll. Dass etwas getan werden muss, ist unzweifelhaft.

„Die Deponie Finkenkamp beschäftigt uns schon seit 1992“, sagt Umweltamtschefin Carola Nitz. „Bisher fehlte aber immer die Finanzierung.“ Dabei könnten von der 1930 eröffneten und bis Anfang der 50er-Jahre offiziell betriebenen Kippe gefahren für das Schweriner Trinkwasser ausgehen. „Das von der ungesicherten Deponie abströmende Sickerwasser führt nachweislich zu einer Einschränkung der nutzbaren Grundwasservorräte“, sagt der Geschäftsführer der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG), Axel Krause. Im Klartext: Die Brunnen der so genannten Wasserfassung Nuddelbachtal können nicht mit ihrer vollen Kapazität genutzt werden, weil das belastete Sickerwasser dann schneller nachströmen würde und die Brunnen erreichen könnte. „Aktuell besteht aber keine Gefahr für das Trinkwasser“, betont Krause. „Was wir jetzt machen, ist eine rein vorsorgliche Maßnahme.

 

 

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