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Schwerin Werdervorstadt : Alte Frauenklinik wartet auf Umbau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Firma HygCen will Gebäudekomplex sanieren und mit neuen Mietern das Angebot im Stadtteil erweitern

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Vor mehr als 100 Jahren als Armen- und Waisenhaus gebaut, ist das Baudenkmal Bornhövedstraße 78 Tausenden als Geburten- und Frauenklinik „Seeblick“ bekannt – weil sie dort das Licht der Welt erblickten. Heute nutzen das Landesamt für Gesundheit und Soziales und die Schweriner Firma HygCen Germany das Haus, das sich im städtischen Besitz befindet.

Letzteres soll sich ändern. Die Stadt plant, das Areal an die Firma HygCen zu verkaufen, erklärte Oberbürgermeister Rico Badenschier auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „HygCen wird einen Teil für eigene Zwecke weiterhin nutzen und plant zusätzlich die Schaffung eines medizinisch-geriatrischen Zentrums einschließlich Praxisräumen für einen Pflegedienst“, so der Oberbürgermeister.

Die Firma HygCen kontrolliert Medizinprodukte. „Wir sind ein akkreditiertes Prüfinstitut und agieren für Herstellerfirmen weltweit“, so Geschäftsführer Dr. Sebastian Werner, selbst Mediziner. Wobei die meisten Geschäftspartner in Europa und in den so genannten Schwellenländern ansässig seien. In den Schweriner Labors werde zum Beispiel die physikalische Festigkeit sowie der Widerstand gegen das Durchdringen von Flüssigkeiten und Mikroorganismen von OP-Abdeckmaterial getestet. Auch gehe es beispielsweise um den unbedenklichen und hygienisch sicheren Einsatz von Implantaten. Ebenso um die wirksame Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten.

Doch vor der Sanierung muss der landeseigene Baubetrieb BBL noch ein neues Domizil für das Landesamt errichten. Der Auszug soll bis Ende 2020 erledigt sein. Bis dahin sind Dr. Werner und seinem HygCen-Team zumindest am Hauptgebäude die Hände gebunden. Doch Pläne für die Zukunft hat der Unternehmer, der für seine Firma nach der Sanierung „höchstens die Hälfte des Platzes“ benötige. Gut 3000 Quadratmeter Fläche gäbe es allein im Hauptgebäude. Hinzu kommen Nebenbereiche. So könnte er sich vorstellen, auch öffentliche Angebote mit neuen Mietern zu unterbreiten, wie ein Café und eine Apotheke. Der Stadtteil habe sich als Wohnstandort in den zurückliegenden Jahren gut entwickelt. Solche Angebote vorzuhalten, trage zur Erhöhung der Lebensqualität mit kurzen Wegen bei, ist sich Dr. Werner sicher.

Zeit, solche Mieter zu finden, hat Dr. Werner zu seinem Bedauern reichlich. Denn HygCen mit seinen aktuell mehr als 30 Mitarbeitern wächst weiter und braucht gute Arbeitsbedingungen. Doch bis es die geben kann, stehen für den Mediziner eben Sanierungspläne und Bauanträge auf der Tagesordnung. Denn eines ist auch klar: Parkplätze wird es am Denkmal später mehr geben müssen als jetzt. Die Erfahrung vergangener Jahre zeigt, dass die unternehmerische Notwendigkeit nicht spontan mit den Interessen der Stadtplaner und Denkmalpfleger im Einklang sind.

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