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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 21:13 Uhr

Gefährlich : Alte Bäume sorgen Schweriner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Landeshauptstadt spart an der Grünpflege, die Auswirkungen der Kürzungen sind bei den Straßenbäumen aber erst in ein paar Jahren zu spüren

von
erstellt am 13.Jun.2014 | 10:00 Uhr

Sie gehören zum Stadtbild der Schweriner Altstadt und sind quasi mit der Stadtgeschichte verwurzelt: die alten Baumriesen. Seien es die altersschwache Hängebuche, die im Burggarten gegen den Pilz kämpft (SVZ berichtete), die Straßenbäume in der Goethestraße oder die Alleebäume in der Schlossgartenstraße. Aber gerade nach den Unwettern und Stürmen der vergangenen Tage fragen sich viele Schweriner, wie sicher die alten Bäume sind.

„Erst vor Kurzem fiel in der Nähe der Schleifmühle ein Doppelbaum um – ein Teil landete im Kanal, der andere auf einem Fußweg nahe der Alexandrinen-Statue“, sagt Dr. Wolfgang Leist, Mitglied im Ortsbeirat Gartenstadt, Ostorf. „Als Mitglied des auch für den Schlossgarten zuständigen Ortsbeirats sehe ich insgesamt das Alter der dortigen Bäume mit Sorge. Vollständige Sicherheit ist natürlich nie möglich, aber wegen der vielen Spaziergänger und auch der Besucher der Großveranstaltungen muss überprüft werden, ob nicht zumindest einige der älteren Bäume vorsichtshalber abgenommen werden müssen“, so Dr. Leist.

Auch ältere Schweriner machen sich Gedanken, ob die Bäume, mit denen sie buchstäblich groß geworden sind, noch sicher stehen, wie einige SVZ-Leser am Heißen Draht äußerten.

Beruhigende Worte kommen von der Werkleiterin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS), Ilka Wilczek: Es würden hinsichtlich der zu erledigenden verkehrssicherungspflichtigen Aufgaben keine Defizite vorliegen, hierbei seien keine Einsparungen vorgenommen worden. Auch Baumexperte Thomas Franiel, der unter anderen die Hängebuche im Burggarten betreut, beschwichtigt: „Bäume machen mit zunehmendem Alter eigentlich weniger Arbeit, weil sie immer dickere Stämme bekommen und stabiler werden.“

Aber: Vor allem im Schlossgartenviertel machen die Bäume den SDS am meisten Arbeit, wie Wilczek bestätigt. Zu den Straßen mit besonders großem Pflegeaufwand würden z. B. die Schlossgartenallee und der Franzosenweg zählen, aber auch Grevesmühlener, Gadebuscher und Goethestraße sowie die Alexandrinenstraße, die Hagenower und die Wismarsche Straße.

Drei Baumexperten der SDS führen regelmäßig Kontrollen durch. Fünf weitere Angestellte bilden den so genannten Baumpflegetrupp, der überwiegend für Jungbaumpflege und Spezialaufgaben tätig ist. Die SDS engagiert externe Gehölzkontrolleure per Zeitvertrag. Über Rahmenverträge erledigen externe Baumpflegefirmen weitere Aufgaben.

Das solide klingende Konzept wird allerdings langfristig gefährdet. Zwar sparte die Stadt nicht an Verkehrssicherungsaufgaben, aber an der Baumpflege. Kürzungen betrafen Ilka Wilczek zufolge die Pflege von Gehölzen an Böschungen, wie in der Crivitzer Chaussee, im Grünen Tal oder an Straßenbahnböschungen. Die Auswirkungen seien erst langfristig zu spüren. „Hier sind Pflegedefizite vorhanden, ohne dass aktuell die Verkehrssicherheit gefährdet ist“, so die Werkleiterin. „Perspektivisch erhöhen sich hier allerdings die Pflegekosten aufgrund der aufgeschobenen Pflege.“ Das könnte sich in Goethe- und Alexandrinenstraße zuerst zeigen, denn dort stehen Schwerins älteste Bäume.


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