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Baumpflege in Hof Barnin : Alte Alleebäume müssen bleiben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeinde Barnin wollte die mächtigen Kastanien- und Lindenbäume abnehmen lassen, Umweltschützer legten Veto ein

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 15:00 Uhr

In der Kastanienallee von Hof Barnin wurde jetzt die Motorsäge angeschmissen: Mitarbeiter der Firma Garten- und Landschaftsbau Frank Steffen aus Crivitz pflegen hier 35 Linden- und Kastanienbäume. Trockene Äste und Totholz werden herausgeschnitten. So „herausgeputzt“ können die zum Teil sehr mächtigen Bäume wohl noch etliche Jahre stehen bleiben, so Firmeninhaber Frank Steffen.

Doch nicht alle Alleebäume, die um die 100 Jahre alt sind, machen auf den ersten Blick einen gesunden und standhaften Eindruck. Bei zwei Bäumen hatte Frank Steffen Zweifel. Wenn sie krank sind, lohne sich ein Pflegeschnitt nicht mehr, dann müssten sie aus Gründen der Verkehrssicherheit abgenommen werden, erklärt Steffen. Und so wurde über das Amt Crivitz ein öffentlich bestellter Baumgutachter beauftragt, um sich diese beiden Kastanienbäume in Hof Barnin näher anzuschauen. Mit spezieller Technik untersuchte Thomas Franiel den ersten Baum auf Ausfaulungen. Denn kranke Bäume sind nicht standsicher. Um das aber feststellen zu können, musste der Gutachter den Stamm anbohren. Das Ergebnis: Der Baum kann stehen bleiben, ein Kronenschnitt erfolgen.

Ein anderer Baum zeigte auffällige dunkle Flecken an der Rinde. Hier klopfte Franiel den Stamm ringsherum mit einem Gummihammer ab. So lässt sich herausfinden, ob der Baum innen hohl ist. Doch auch hier gab es Entwarnung. Allerdings vermerkt Franiel auch, dass der Baum bald wieder kontrolliert werden muss – nach sechs Monaten und damit früher als zu den regulären Kontrollen, die alle 12 bis 15 Monaten stattfinden sollten, erklärt der Crivitzer Fachmann. So haben die Bäume noch einige Jahre vor sich, sie können an diesem Standort gut und gern 120 bis 140 Jahre alt werden, schätzt Franiel. Sie bieten im Sommer nicht nur Schatten, sondern Vögeln und Insekten auch wichtigen Lebensraum.

Für Frank Steffen heißt das, dass er mit der Baumpflege weitermachen kann. Den Auftrag dafür hatte die Gemeinde Barnin erteilt. Dabei hatte sie ursprünglich andere Pläne. Denn wenn es nach den Vorstellungen der Kommune gegangen wäre, sollten die alten Alleebäume abgenommen werden. Barnin hatte schon vor mehreren Jahren neue, rotblühende Kastanien pflanzen lassen, die gegenüber der Miniermotte weitgehend resistent sind. Diese Gehölze sind inzwischen über 20 Jahre alt. Damit sie sich besser entwickeln können, sollten die alten Bäume gefällt werden. Einen entsprechenden Antrag hatte Barnin bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim gestellt – und hatte damit keinen Erfolg. Denn der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hatte Einwände, erinnert sich Bürgermeister Siegfried Zimmermann. Die Bäume seien keineswegs in einem solch schlechten Zustand, dass sie abgenommen werden müssten, erklärte der BUND. Lediglich einzelne mussten gefällt werden. Bei einem Lindenbaum erfolgte ein „Kopfschnitt“, eine weitere war schon vorher auf diese Weise gestutzt worden. Beide Linden werden neu treiben, betonen die Fachleute. Das Gros der alten Alleebäume aber sollte stehen bleiben. Und so ist es nun. Aber auch einige wenige junge Bäume mussten aus Platzgründen weichen. Knapp 5000 Euro kostet die Pflegemaßnahme, die zu 100 Prozent gefördert wird.

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