Bürgerentscheid abgeschmettert : Alt Meteln bleibt bei Kita-Projekt

Volles Haus: Zur Sitzung der Gemeindevertreter kamen etwa 60 Alt Metelner. Die meisten sprachen sich für das Kita-Projekt aus.
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Volles Haus: Zur Sitzung der Gemeindevertreter kamen etwa 60 Alt Metelner. Die meisten sprachen sich für das Kita-Projekt aus.

Bürgerentscheid zur Nutzung des DDR-Schulbaus wegen Formfehler abgeschmettert – Gebäude soll nun einem Spielplatz weichen

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29. Januar 2016, 16:00 Uhr

Einen Bürgerentscheid über das Projekt zum Um- und Ausbau der Alt Metelner Kindertagesstätte wird es nicht geben. Aber die vier Initiatoren des an Formfehlern gescheiterten Bürgerbegehrens sind dennoch zufrieden. „So viele Leute haben sich jetzt mit dem Projekt befasst. Und eine Bürgerversammlung zum Thema wird es auch noch geben“, zeigte sich Heidemarie Fischer zwar enttäuscht, aber nicht entmutigt. Immerhin hatten 131 Einwohner mit ihren Unterschriften (SVZ berichtete) das Thema auf die Tagesordnung der Gemeindevertreter gesetzt. Und etwa 60 kamen am Mittwochabend zur Sitzung. Gemeindevertreter Hans Rotermann, der das Bürgerbegehren mit auf den Weg bringen wollte, stellte fest: „Die Stimmung im Saal war eindeutig für die vorliegende Planung. Die Abstimmung hätte wohl kein anderes Ergebnis gebracht.“ Gerade Eltern drängten auf eine rasche Umsetzung des Projektes, weil die baulichen Zustände im Kindergarten untragbar seien. Der darf nur dank einer Ausnahmeregelung genutzt werden. Jörg Berlin, ebenfalls Gemeindevertreter und einer der Initiatoren, betonte nach dem Votum: „Jetzt müssen wir zu der Entscheidung stehen und das Projekt gemeinsam umsetzen.“

Das sieht vor, den denkmalgeschützten Schulbau aus den 1930er-Jahren zu Kindergarten und Hort umzubauen. Diese Arbeiten laufen bereits. In einem zweiten Bauabschnitt soll daneben ein Anbau für die Krippe entstehen. Auch der ist bereits genehmigt. Die Gemeinde wartet auf Fördergeld für dieses Teilprojekt. Insgesamt stehen für das Vorhaben mehr als 1,4 Millionen Euro zu Buche. Die Gemeinde rechnet mit 900  000 Euro Fördermittel.

Da noch nicht feststeht, ob die tatsächlich fließen und der Krippenanbau noch nicht gestartet wurde, wollten die Initiatoren eine kostengünstigere Nutzung von Räumen des gegenüberstehenden DDR-Schulbaus für die Krippe erreichen. Das lehnt die große Mehrheit der Gemeindevertreter ab. Sie hält den Bau aus den 1960er-Jahren für ungeeignet. Und die von Baufachleuten geschätzten Sanierungskosten für das gesamte Gebäude schreckt ebenfalls ab.

Am Mittwochabend wurde sogar das endgültige Ende dieses Gebäudes beschlossen. Denn Ende vorigen Jahres ergab sich die Chance, für Abriss und Bau eines Naturspielplatzes an dieser Stelle EU-Fördergeld aus dem Leader-Topf zu bekommen, berichtete Bürgermeister Hans-Jürgen Zobjack. Er warb für diese Idee. Denn so entstehe ein geschützter Kita-Spielplatz. 154 000 Euro werden dafür benötigt, so die derzeitige Schätzung.

Damit ist aber auch die Idee vom Tisch, dieses Gebäude an einen Investor zu verkaufen und zu altengerechten Wohnungen umzugestalten. Immerhin bekundeten die Gemeindevertreter einhellig, dass sie so ein Projekt für Senioren auf die Agenda setzen möchten. Doch Priorität habe jetzt die Umgestaltung des einstigen Schulareals im Dorfkern zum modernen Kita-Gelände. Dazu soll es am 24. Februar eine Bürgerversammlung geben, kündigte der stellvertretende Bürgermeister Matthias Kunze junior an. Los gehen wird diese um 19 Uhr im Gemeindehaus.

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