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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 07:30 Uhr

Schulung startet : Als Demenz-Begleiter unterwegs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zentrum in der Gartenhöhe schult wieder ehrenamtliche Helfer, die Betroffene besuchen und Angehörige entlasten

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 23:25 Uhr

Einmal in der Woche besucht Maria Wieland „ihre“ alte Dame im Augustenstift. „Ich unterhalte mich mit ihr, mache mit ihr Spiele“, sagt Wieland. 94 Jahre alt ist die alte Dame – und an Demenz erkrankt, lebt in der Vergangenheit. Maria Wieland weiß, worauf es beim Umgang mit Betroffenen ankommt, kann auf sie eingehen. Die Schwerinerin ist ehrenamtliche Demenz-Begleiterin, hat beim Zentrum Demenz in der Gartenhöhe an einer Schulung teilgenommen.

„Nach meiner Pensionierung habe ich mir eine neue Aufgabe gesucht“, erzählt Maria Wieland, die als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Schweriner Arbeitsagentur tätig war. In ihre Rolle als Demenz-Begleiterin sei sie nach und nach hineingewachsen, schildert die 66-Jährige. „Ich kann anderen Menschen helfen, und ich bekomme auch etwas zurück“, sagt sie. „Dankbarkeit, ein Lächeln.“

Auch Dagmar Kalle ist als Demenz-Begleiterin unterwegs. „Ich besuche eine 74-jährige Frau in ihrer Wohnung, bringe ihr Fröhlichkeit, bin für sie da“, berichtet die 46 Jahre alte Schwerinerin. Sie ist auch regelmäßig zur Stelle, wenn sich am Donnerstag von 14 bis 17 Uhr die Betreuungsgruppe im Zentrum Demenz trifft. „Es kommen immer so um die 15 Betroffene, und es wunderbar zu sehen, wie die Menschen aufblühen.“

Demenzerkrankte vergessen, sie verändern ihre Gewohnheiten, ihre ganze Persönlichkeit. Was sich hinter der Krankheit verbirgt, welche Formen und Phasen es gibt – dieses Wissen vermittelt der Kurs im Zentrum Demenz, der die Ehrenamtlichen auf ihre Aufgabe als Demenz-Begleiter vorbereitet, mögliche Berührungsängste abbauen will. Am kommenden Freitag, 19. Februar, um 17 Uhr beginnt ein neuer Kurs, bei dem es noch einige freie Plätze gibt.

„Wer als Demenz-Begleiter tätig sein möchte, sollte sich für andere Menschen und ihre Lebensbiografien interessieren, aber auch ein gutes Gefühl für Nähe und Distanz haben“, sagt die Leiterin des Zentrums Demenz, Ute Greve. Etwa 50 Helfer seien aktuell im Einsatz. „Und alle Freiwilligen werden gebraucht“, betont Greve.

Der Kurs für Ehrenamtliche, die Betroffene besuchen und Angehörige entlasten wollen, umfasst etwa 30 Stunden und dauert bis Anfang April. Interessierte melden sich am besten sofort beim Zentrum Demenz in der Gartenhöhe 6b, Telefonnummer 0385/52133818.

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