Kunstschau in Schwerin : Alltagskunst aus Heiligendamm

Kurator Dr. Wolf Karge zeigt Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, Spielzeug aus Heiligendamm.
Kurator Dr. Wolf Karge zeigt Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, Spielzeug aus Heiligendamm.

Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus gibt Einblicke in den Alltag an der früheren Fachhochschule

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12. Dezember 2017, 23:25 Uhr

Ob Besteck oder Handtaschen, Spielzeug oder Schmuck, Geschirr oder Kunsthandwerk, Bilder oder Plakate – Design aus der früheren Fachhochschule für angewandte Kunst in Heiligendamm war in jedem DDR-Haushalt zu finden. Wie dort gelehrt und gearbeitet, gelebt und gefeiert wurde, zeigt die neue Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus. Anhand von Hunderten von Exponaten werden Geschichten und Geschichte lebendig.

„Es ist die erste inhaltlich eigenständige Ausstellung, die unser im vergangenen Jahr gegründete Förderverein für das städtische Kulturforum organisiert hat“, berichtet dessen Vorsitzender Dr. Wolf Karge. „Die Idee war von ehemaligen Absolventen angeregt worden, die sich auch tatkräftig in die Zusammenstellung eingebracht haben“, sagt der Kurator der Sonderschau, die beide Etagen des Schleswig-Holstein-Hauses füllt. Er selbst hat zwar nicht dort studiert, aber dennoch eine besondere Beziehung zu der einstigen Fachhochschule Heiligendamm. „Mein Vater war dort Rektor, ich habe meine Kindheit und Jugend quasi auf dem Campus verbracht“, erzählt Historiker Karge schmunzelnd.

So kann er denn auch zu fast jedem Exponat Auskunft geben oder Geschichten erzählen. Zum Beispiel, warum Designschüler ein Gemälde gemalt haben, das einem berühmten Bild des russischen Malers Ilja Repin frappierend ähnelt. Oder woher das Logo der Kunstschule stammt und wie die Studenten damit experimentiert haben. Zu sehen sind hunderte Fotos, Collagen, Zeichnungen, Plakate, die in Heiligendamm entstanden sind, ein echter studentischer Arbeitstisch, Holzspielzeug, Porträtbüsten und Design-Beispiele von der Sonnenbrille bis zum Fön. Es gibt auch Querverweise auf spätere Arbeiten von Absolventen, wie etwa Erich John, von dem die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz stammt.

Die Schau ist aufgegliedert in die vier Dekaden der Schultätigkeit in Heiligendamm, bevor 2000 wieder alle Studiengänge der Fachhochschule für angewandte Kunst in Wismar konzentriert wurden. Geöffnet ist die Ausstellung täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr.

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