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Barrierefreiheit Schwerin : Alltag bleibt oft ein Hürdenlauf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Behindertenbeirat fordert bei Aktionstag im Schlosspark-Center weniger Barrieren für Menschen mit Handicap

Gibt es in Ihrer Stadt ein Netzwerk, das die Umsetzung von Barrierefreiheit vorantreibt? Sind die Haltestellen oder der Bahnhof mit dem Rollstuhl erreichbar? Bieten Sportvereine genug Angebote für blinde, gehörlose oder körperbehinderte Menschen sowie für Menschen mit Lernschwierigkeiten? Diese und andere Fragen standen auf einem Fragebogen, den Besucher des Schweriner Schlosspark-Centers gestern ausfüllen konnten. Initiator der Befragung: der Schweriner Behindertenbeirat. „Mit unserer Aktion wollen wir die Menschen auf Barrieren aufmerksam machen und erfahren, wie sie selbst Barrieren erleben“, sagte Beiratsvorsitzende Angelika Stoof.

Zwei Tage vor dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, zu dem am Donnerstag aufgerufen wird, präsentierten sich Vereine und Organisationen der Behindertenhilfe und weitere Initiativen im Schlosspark-Center. Rund um die Bühne im Erdgeschoss waren unter anderem die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, das Kompetenzzentrum für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen, das Schweriner Frauenbündnis, die Dreescher Werkstätten, die Lebenshilfe und das Diakoniewerk Neues Ufer vertreten. „Wir nutzen diesen Aktionstag, um unsere Angebote vorzustellen“, erklärte Arinuaa Zelder vom Diakoniewerk. In Sachen Barrierefreiheit gäbe es in Schwerin durchaus noch Nachholbedarf, betonte sie. So fehle vor allem in der Innenstadt nach wie vor ausreichend barrierefreier Wohnraum zu erschwinglichen Preisen.

Auf einem großen, skalierten Pfeil in Richtung Barrierefreiheit konnten die Besucher des Informationstages mit Klebepunkten markieren, wie weit Schwerin auf dem Weg zur Inklusion schon vorangekommen ist. Dabei gehe es nicht nur um bauliche Maßnahmen, sagte Beirats-Chefin Stoof. Inklusion beschreibe auch den Zugang zu Bus und Bahn sowie Kommunikationsmedien oder die Teilhabe am kulturellen Leben. Auch ob Formulare gut lesbar und verständlich seien, betreffe das Thema Inklusion, so Stoof.

Umrahmt wurden die Informationsangebote von einem bunten Programm auf der Bühne. So unterhielt der Behindertenverband die Besucher im Schlosspark-Center mit Sitzgymnastik und Akkordeonmusik. Um das Thema „Schwerin – barrierefrei für alle“ ging es gleich in zwei Podiumsdiskussionen. In der ersten Runde diskutierten Dehoga-Chef Matthias Theiner, Lebenshilfe-Landesvorsitzende Dr. Antje Bernier, Nahverkehrs-Geschäftsführer Norbert Klatt, Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora, Marita Schwabe vom Kulturbüro, Angela Hinze von der Werbegemeinschaft Altstadt und Erika Dittner vom Behindertenbeirat miteinander. Fazit: Gerade in der Innenstadt ist es für Menschen mit einer körperlichen Behinderung weiterhin schwierig, in manche Läden und Gaststätten zu gelangen. Als Problem für Rollstuhlfahrer erweise sich oft auch das Kopfsteinpflaster, berichtete Erika Dittner. Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Diskussion wie auch die spätere Runde mit den Oberbürgermeister-Kandidaten. „Es ist wichtig, dass es solche Aktionstage gibt“, sagte die Schwerinerin Marita Klenke, die selbst im Rollstuhl sitzt.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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