Schwerin : Alles auf Anfang am Ziegelsee

Marode Gebäude, zugewucherte Flächen, aber den See vor der Tür: Das ehemaligen Grundstück des Straßenbauamtes ist aktuell wenig attraktiv und wird nur als Abstellfläche für Boote genutzt, birgt aber ein großes Potenzial.
Marode Gebäude, zugewucherte Flächen, aber den See vor der Tür: Das ehemaligen Grundstück des Straßenbauamtes ist aktuell wenig attraktiv und wird nur als Abstellfläche für Boote genutzt, birgt aber ein großes Potenzial.

Roboterfirma Goeke sagt Ansiedlung am Ziegelsee ab – Zukunft des Areals jetzt wieder offen

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11. September 2018, 23:00 Uhr

Gemunkelt wurde es schon seit einigen Tagen, jetzt ist es Gewissheit: Das Areal des ehemaligen Straßenbauamtes am Ziegelsee wird nicht zum Hochtechnologiestandort. Matthias Goeke, Geschäftsführer der Firma IBG Automation aus Neuenrade im Sauerland, hat seine Investitionspläne abgesagt. Das teilte Oberbürgermeister Rico Badenschier den Stadtvertretern mit. Dafür gab es Beifall von einigen Kommunalpolitikern. Zu den Gründen der Absage zitierte Badenschier aus einem Brief, den er am Montag von Goeke bekommen hatte. „Über die negative Berichterstattung waren wir sehr enttäuscht“, schreibt der Unternehmer. Mit der Absage geht es Schwerin wie Lübeck und Kiel, wo Matthias Goeke auch schon große Pläne vorgelegt hatte und dann doch absagte.

Wie nun aus der Fläche zwischen Ziegelsee und Güstrower Straße wird, ist wieder völlig offen. Das Areal gehört dem Land. Das hatte von seiner Entwicklungsgesellschaft LGE einen Bebauungsplan erarbeiten lassen. Obwohl der schon lange fertig ist, haben die Stadtvertreter ihn noch nicht beschlossen. Denn inzwischen haben Reinhard Brandt, Chef der Marina Nord am Heidensee, und Hergen Krüger, Geschäftsführer der Parchimer Spedition Krüger + Voigt, ein Konzept für ein Wassersportzentrum vorgelegt. Ein solches Zentrum unter anderem mit Bootshallen, Umwelteinrichtungen und Wassertankstelle favorisiert die Stadtverwaltung, und auch ein Großteil der Stadtvertreter findet die Idee gut.

Um den südlich der Zufahrtstraße gelegenen Teil des Grundstücks bemüht sich allerdings schon länger Eckart Fischer, Chef des dort bereits ansässigen Sportbootzentrums Ziegelsee. Er möchte seine Anlagen ausbauen, mehr Stellplätze für Wohnmobile schaffen und auch Möglichkeiten zur Schadstoffbeseitigung installieren. Allerdings: Fischer möchte den Grundstücksteil sehr preiswert erwerben.

„Die Stadt wird sich jetzt darum bemühen, das gesamte Grundstück vom Land zu erwerben“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Dann können wir es in unserem Sinne entwickeln.“ Dabei hätten dann jedoch wieder die Stadtvertreter das letzte Wort.

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