Schwerin in der Kritik : „Alles andere als fahrradfreundlich“

Schutzstreifen in der Robert-Beltz-Straße: SVZ-Testerin Liesa Krüger kommt damit gut klar, das Radfahrer hier ihre Fahrbahn im Bedarfsfall mit Autos teilen müssen. Mehr Initiativen zur Fahrradfreundlichkeit in Schwerin wünschen sich viele Leser bei der aktuellen Debatte.
Schutzstreifen in der Robert-Beltz-Straße: SVZ-Testerin Liesa Krüger kommt damit gut klar, das Radfahrer hier ihre Fahrbahn im Bedarfsfall mit Autos teilen müssen. Mehr Initiativen zur Fahrradfreundlichkeit in Schwerin wünschen sich viele Leser bei der aktuellen Debatte.

SVZ-Leser: Debatte sollte sich nicht auf Verbote beschränken, sondern Initiativen für ein besseres Miteinander im Straßenverkehr fördern

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18. Juni 2015, 21:00 Uhr

„Es ist richtig: Gegenseitige Rücksichtnahme aller Straßenverkehrsteilnehmer ist oberstes Gebot“, schreibt unsere Leserin Heidrun Hoffmann. Leider sei im Stadtteil Lankow davon wenig zu spüren. „Die Radfahrer benutzen, bis auf wenige Ausnahmen, die Geh-
wege. Es wird erwartet, dass der Fußgänger zur Seite geht – und man macht es, um nicht angefahren zu werden“, so Hoffmann. „Die vorhandenen Radwege werden nur teilweise und auch in der falschen Richtung genutzt. Beliebt ist das Radeln auf Gehwegen auch in der Gegenrichtung“, berichtet Dieter Wohlmann aus dem Stadtteil Lewenberg.

Karin und Dieter Voigt rufen in der Debatte um rasende Radler zur Mäßigung auf: „Wie bei allen Verkehrsteilnehmern gibt es ,Raser‘, die nicht auf die Verkehrsregeln achten. Vernünftige Radwege, auch gemeinsam mit Fußgängern, und gegenseitige Rücksichtnahme können dieses Problem entschärfen. Kontrollen, in der Zeit des Verbotes zum Beispiel in der Mecklenburgstraße, wären sinnvoll.“ Sie seien selbst begeisterte Radfahrer, so die Voigts. „Und wir ärgern uns meistens über die Pkw. Die Fahrer erlauben sich alles, versperren die Radwege oder rasen an den Radfahrern auf dem Radweg dicht vorbei, nehmen Radfahrern die Vorfahrt. Auch zu blinken, um eine Änderung des Verkehrsweges anzuzeigen, wird wohl nicht mehr gelehrt. Hier könnte die Polizei auch Kontrollen ausüben.“

„Leider beschränkt sich die Radfahrer-Debatte wieder einmal nur auf Verbote und Sanktionen“, beklagt Maren Lenz. „Ich vermisse Initiativen, die Stadt fahrradfreundlicher zu gestalten. Warum wird den Radfahrern am Pfaffenteich keine eigene Fahrspur zur Verfügung gestellt? Außerdem halte ich das Fahrverbot in der Puschkinstraße für entbehrlich, weil auf beiden Straßenseiten ausreichend breite Fußwege vorhanden sind.“

„Alles andere als fahrradfreundlich“ findet auch Kerstin Hoffmann die Verkehrssituation für Radfahrer in Schwerin. „Das Rüttelpflaster in der Innenstadt ist eine Zumutung: sehr uneben, bei Nässe rutschig, dazu gefährlich breite Fugen. Dass es besser geht, zeigen Städte wie Lübeck und Hamburg. Gute Radwege, fahrradfreundliche Ampelschaltungen, rücksichtsvolle Autofahrer. Selbst im chaotischen Pariser Stadtverkehr herrscht ein friedliches, auf gegenseitiger Rücksichtnahme beruhendes Nebeneinander von Fußgängern, motorisierten und nichtmotorisierten Zweiradfahrern und Autofahrern.“ Sie könne dem Vorsitzenden der Schweriner Regionalgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Volker Schulz, nur zustimmen, so Hoffmann: „Mehr Rücksicht und Akzeptanz von allen Seiten!“

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