Schwerin : Agentur bleibt am Margaretenhof

Seit dem Jahr 1993 sitzt die   Arbeitsverwaltung im Schweriner Margaretenhof. Reinhard klawitter
Seit dem Jahr 1993 sitzt die Arbeitsverwaltung im Schweriner Margaretenhof. Reinhard klawitter

Die Entscheidung ist gefallen - die Arbeitsagentur und das Job-Center bleiben am Margaretenhof. Der neue Mietvertrag wird für weitere zehn Jahre abgeschlossen. "Zu deutlich besseren Konditionen", sagt Agenturchef Heyden.

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25. September 2012, 06:19 Uhr

Warnitz | Die Entscheidung ist gefallen - die Arbeitsagentur und das Job-Center bleiben am Margaretenhof. Der neue Mietvertrag wird für weitere zehn Jahre abgeschlossen. "Zu deutlich besseren Konditionen", sagt Agenturchef Dirk Heyden. "In den zurück liegenden Wochen hatten wir sehr komplexe und spannende Verhandlungen."

Seit dem Jahr 2002 sitzt die Arbeitsagentur am Margaretenhof. Am 31. Dezember dieses Jahres läuft der bisherige Mietvertrag aus. "Wir hätten zum 30. Juni 2011 eine Option auf weitere fünf Jahre ziehen können", sagt Heyden. "Dann hätten die bisherigen Vertragsbedingungen aber weiter gegolten. "Das war uns zu teuer - deshalb haben wir neu ausgeschrieben." Das ehemalige Reichsbahn-Verwaltungsgebäude am Bahnhof wurde der Agentur angeboten. Aber das ist zu klein. Die Telekom brachte ihren Verwaltungskomplex in Lankow ins Spiel, überlegte es sich dann aber doch anders. Letztendlich wurden die Ausschreibungsunterlagen sechs mal abgerufen. Aber nur zwei Angebote gingen ein: Ein neuer Zehn-Jahres-Vertrag für den Margaretenhof und ein Mietvertrag über 15 Jahre für einen Neubau auf dem Großen Dreesch. "Beide Offerten entsprachen aber nicht hundertprozentig den Ausschreibungsbedingungen", so Heyden. Deshalb habe die Arbeitsagentur verhandelt und dabei auch ein wenig gepokert. Denn bei zwei Anbietern ist der Kunde in einer besseren Position, als wenn es nur einen Monopolisten gegeben hätte. "Wir hatten uns aber auch schon ein Szenario mit fünf bis sechs Standorten in der Stadt überlegt", sagt Karin Klawun, die Infrastrukturmanagerin der Arbeitsagentur. "Angebote von Maklern hatten wir jede Menge." Doch die waren nicht erforderlich.

Die grundsätzlichen Prämissen für die Verhandlungen waren klar: Die Agentur und das Job-Center müssen ihre Aufgaben erfüllen können, beide sollen an einem Ort sein und es soll so wenig öffentliches Geld ausgegeben werden, wie möglich.

Gerade die Nebenkosten für Wasser, Abwasser, Strom und Heizung waren bisher für die Schweriner Agentur sehr hoch. "Wir hatten von allen Agentur standorten in Mecklenburg-Vorpommern am meisten bezahlt", so Karin Klawun. Davon herunter zu kommen, lässt einen Neubau nahe liegend erscheinen. Doch der Vermieter am Margaretenhof bewegte sich. "Wir werden einen einstelligen Millionenbetrag in die Wärmedämmung, für neue Fenster und eine effektivere Beleuchtung investieren", sagt Holger Römer, der Pressesprecher der Dr. Peters Group, die die Interessen der Anlegergemeinschaft vertritt. "Auch die Raumzuschnitte werden wir entsprechend den Anforderungen verändern." So soll es beispielsweise in Zukunft zwei getrennte Eingangsbereiche für die Arbeitsagentur und das Job-Center geben. Auch beim Mietpreis kamen die Fondsmanager der Arbeitsagentur entgegen. "Wir haben 80 Prozent der Nebenflächen aus unserem Angebot heraus gerechnet", sagt Römer.

Bei einem Büroneubau konnte die Agentur nicht mit der 15-jährigen Laufzeit leben. "Wir wollten flexibel bleiben", sagt Dirk Heyden. Außerdem wäre der Bau zu klein gewesen. Letztendlich ist die Arbeitsagentur nach eigenem Bekunden zu einem annehmbaren Verhandlungsergebnis für den Margaretenhof gekommen. Gegenüber dem ursprünglichen Angebot sind die Gesamtkosten jetzt deutlich geringer. Und über zehn Jahre wird im Vergleich zum heutigen Preis fast eine halbe Million Euro eingespart. Außerdem kann die Agentur ihre Nebenstellen in der Lübecker und der Zeppelinstraße schließen. Und eine Vertragsklausel bezieht sich auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. "Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist seit 2005 um fast 40 Prozent gesunken", sagt Dirk Heyden. "Dadurch brauchen wir weniger Mitarbeiter und weniger Fläche." Eine Entwicklung, die der Agenturchef auch für die Zukunft sieht. Die Arbeitsverwaltung kann deshalb bis zu 15 Prozent der Flächen zurück geben - und muss dafür dann natürlich auch nicht mehr bezahlen.

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