Wildschweine in Schwerin : Ärgerliche Hausbesuche

Stadtschweine – das Nahrungsangebot zieht immer mehr Schwarzkittel an.
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Stadtschweine – das Nahrungsangebot zieht immer mehr Schwarzkittel an.

Seit Juli plagt eine Rotte Schwarzwild die Anwohner im Schlossgartenviertel Schwerin. Jetzt meldet sich die Jagdbehörde zu Wort:

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05. August 2016, 05:00 Uhr

Warum lange nach Nahrung suchen, wenn bei den menschlichen Nachbarn so viel Leckeres bereit liegt? Eine Rotte Wildschweine hat seit dem 7. Juli das Schlossgartenviertel für sich entdeckt. „Die Augenzeugenberichte gehen in der Zahl auseinander. Einige sprechen von einer Bache mit sieben Frischlingen, bei anderen ist von einer Rotte mit bis zu zwölf Tieren die Rede“, berichtet Dörte Behring von der Unteren Jagdbehörde der Stadt.

Das Schwarzwild habe in einigen Fällen leichte Umzäunungen hochgedrückt und sei so auf die Grundstücke in der Schlossgartenallee, im Paulshöher Ring und Paulshöher Weg gelangt. Andere Grundstücke seien gar nicht umzäunt gewesen, berichtet Kreisjägermeister Hans Hovemann.

Auf vielen vormals sehr gepflegten Rasenflächen habe das Schwarzwild eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Denn im Wurzelwerk frisch gewendeter Rasenstücke fänden die Tiere mit Käfern und Larven hervorragende Nahrung. Aber auch kleine Gärten seien zerstört worden, berichtet Dörte Behring. Vor allem Kartoffeln gehörten zur Lieblingsspeise der Schweine.

Kreisjägermeister Hovemann ist überzeugt, dass die Tiere immer wieder aus den Wäldern bei Raben Steinfeld und Consrade in Richtung Schweriner See ziehen. Schon mehrfach in den zurückliegenden Jahren habe es Wildschweine im Wald hinter der Mueßer Aral-Tankstelle gegeben. Der Experte vermutet, dass auch von dort aktuell Tiere weiter in Richtung Stadt gezogen seien und nun aus dem Gebiet um die Karausche herum ihre nächtlichen Ausflüge ins Schlossgartenviertel unternehmen.

Sowohl der Kreisjägermeister als auch die Vertreterin der städtischen Jagdbehörde machen deutlich, dass ein Abschuss der Tiere nicht infrage kommt. „Das ist zu gefährlich“, sagt Hovemann. Zwar gäbe es im Einzelfall Ausnahmen, auch im befriedeten Gebiet von der Jagdwaffe Gebrauch zu machen. „Aber dafür ist ein Kugelfang unablässig“, erklärt der Experte. Schließlich könnte der beste Schütze das Tier verfehlen oder der Schuss durch das Schwarzwild nicht gestoppt werden. Oder es entstehe ein Querschläger. „Dieses Risiko würde kein Jäger eingehen“, sagt Hovemann.

Für die Anwohner bleibt nur, ihr Grundstück effektiver zu sichern. Stabilere Zäune oder unter Strom gesetzter Draht oder auch mit Vergrämungsmittel getränkte Lumpen könnten das Schwarzwild fernhalten, so die Experten.

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