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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 02:38 Uhr

Schweriner Winterdienst : Ärger über glatte Gehwege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn Grundstückseigentümer ihrer Räumpflicht nicht nachkommen, muss die Stadt erst eine Frist setzen, bevor sie selbst reinigt

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 22:57 Uhr

Schlecht geräumte Gehwege im Winter – darüber haben sich in den ersten Januarwochen schon mehr als 100 Schweriner bei der Stadt beschwert. Dabei ging es um Wege, für die die Stadt zuständig ist, und auch solche, die eigentlich die anliegenden Grundstückseigentümer sauber und sicher halten müssten. Besonders schwierig wird es, wenn in dem Haus, vor dem ein Bürgersteig verläuft, niemand mehr wohnt. Eine Leserin aus Lankow beklagte sich am „Heißen Draht“ der SVZ über ein leer stehendes Eckgrundstück an der Gadebuscher Straße. Der Gehweg dort sei nicht geräumt, die Sträucher nicht genügend geschnitten. Sie und viele andere trauten sich kaum noch, hier entlang zu gehen.

Für Axel Klabe, bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen zuständig für die Straßenunterhaltung, gehören solche Aussagen fast schon zur Routine. Bei Wegen, die von Anliegern gereinigt werden müssen, mahnt er zur Geduld. „Wir müssen die Eigentümer anschreiben und ihnen eine Frist setzen, das Ärgernis selbst zu beseitigen“, sagt er. „Erst wenn sie die nicht eingehalten haben, können wir eingreifen und den Gehweg selbst reinigen.“ Gefahrenabwehr nennt sich das in der Verwaltungssprache und ist das letzte Mittel. Nach einem Beschwerdeanruf den Schnee sofort wegschieben und dem Hausbesitzer dieser Arbeit in Rechnung stellen, das können die SDS nicht.

Rund 40 Grundstücke hatte die SDS Ende Januar wegen versäumter Räumpflichten im Visier. „Eigentlich wissen alle Hauseigentümer, was sie zu tun haben“, sagt Klabe kopfschüttelnd. „Und außerdem haften die Anlieger für Unfälle, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten. Gegebenenfalls müssen sie sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen – etwa wegen fahrlässiger Körperverletzung.“ Für Vergessliche sind die Winterpflichten im aktuellen SDS-Ratgeber „Für ein sauberes Schwerin“ aufgeschrieben. Darin steht auch, wann und wie Gehwege, Treppen, Verbindungswege und sogar Straßen geräumt werden müssen. Die Broschüre wurde Ende Januar an jeden Haushalt verteilt und ist auch im Bürgerbüro des Stadthauses oder online zu haben.

Die Stadt selbst stumpft, schiebt und streut übrigens 150 000 Quadratmeter Rad- und Gehwege ab und sorgt dafür, dass 263 Haltestellen des Nahverkehrs begehbar sind. Entsprechend der Witterung beginnt der Winterdienst auf Straßen und Gehwegen um 4 Uhr und ist bis 22 Uhr abgesichert. Der Dispatcher ist 24 Stunden im Einsatz, bekommt laufend Informationen vom Deutschen Wetterdienst. Doch die vergangenen Wochen hätten eben auch gezeigt, dass Wetter schwer berechenbar ist, dass Schnee manchmal früher und stärker kommt als angesagt, erklärt Klabe. Und fast jeder Stadtteil habe sein individuelles Kleinklima.

Für die Beräumung und Abstumpfung der Gehwege hat die SDS übrigens nur noch Fremdfirmen am Start. „Die im Winter nötige Menge an Technik, Fahrzeugen und Personal können wir nicht das ganze Jahr über vorhalten“, erklärt Axel Klabe. Sieben verschiedene Winterdienste aus der Region arbeiten für die Stadt, können gleichzeitig an verschiedenen Stellen mit den Arbeiten anfangen. Die Nahverkehrshaltestellen seien dabei noch extra vergeben.


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