Schwerin : Ärger mit den Katzen

Ein Bild aus guten Tagen: Vor gut zwei Jahren konnte der damalige Vereinsvorsitzende Jürgen Hamann Katzenhäuser am Lobedanzgang aufstellen. Die Tiere machen jetzt Ärger.
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Ein Bild aus guten Tagen: Vor gut zwei Jahren konnte der damalige Vereinsvorsitzende Jürgen Hamann Katzenhäuser am Lobedanzgang aufstellen. Die Tiere machen jetzt Ärger.

Weitsprunganlage des Fridericianums wird durch freilebende Tiere laufend verdreckt.

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16. Mai 2018, 05:00 Uhr

Vor zweieinhalb Jahren konnte die SVZ noch berichten: „Die Arbeit der Tierschützer hat sich gelohnt. Schwerin ist auf gutem Weg, das Problem der streunenden Katzen in den Griff zu bekommen.“ Am Lobedenzgang wurden Schutzhütten für die Streuner aufgestellt, der Tierschutzverein fütterte die Tiere, und die Stadt gibt jedes Jahr Geld für Kastrationen. Doch in Ordnung ist längst nicht alles.

„Die Schulkonferenz hat sich schon mehrfach mit dem Thema Katzen am Lobedanzgang beschäftigt“, sagt Cordula Scheibel, die Schulleiterin des Fridericianums. „Es gibt hygienische Probleme.“ Denn die freilaufenden Katzen bevorzugen die beiden Sprunggruben, die zu den Sportanlagen des Gymnasiums gehören, als Katzenklo. Und wenn es im Winter zu kalt wird, schlüpft schon mal ein Tier ins Gebäude und streunert dort umher. „Wir sind mit der Stadt aber im Gespräch, damit Abhilfe geschaffen wird“, sagt Schulleiterin Scheibel.

Der Katzenplatz am Lobedanzgang wurde jahrelang vom Tierschutzverein betreut. Doch dessen Vorsitzender hat aus Altersgründen dieses Amt Ende vergangenen Jahres aufgegeben, der Verein hat sich aufgelöst. Trotzdem werden die Katzen dort in der Innenstadt aber immer noch von älteren Einzelpersonen gefüttert.

Auch Livia Trossert füttert frei lebende Katzen. Vier kastrierte Tiere werden von ihr in der Sacharowstraße auf dem großen Dreesch betreut. „Das mache ich gern“, sagt die Seniorin. Allerdings wünscht sich sich etwas finanzielle Unterstützung. Vor allem bei den Tierarztkosten. „Eine Katze muss demnächst operiert werden.“ Wenn Livia Trossert wenigstens Futterspenden bekommen würde, würde das auch helfen. „Ich habe mich ans Ordnungsamt, an das Tierheim in Warnitz und an das Geschäft Fressnapf gewandt. Überall habe ich eine Absage erhalten.“ Angeblich könne sie nur Futterspenden bekommen, wenn sie einen Verein gründen würde.

„Das stimmt nicht“, sagt die Leiterin des Tierheims, Ilka Dittberner. „Nur hat der Fressnapf ausdrücklich festgelegt, dass das Futter, das das Geschäft in seiner Futterbox sammelt, nur an das Tierheim gehen soll.“ Auch als Einzelperson könne Livia Trossert Spenden sammeln. Nur sei dies über einen Verein natürlich deutlich einfacher.

Auch im Fachdienst Ordnung der Stadtverwaltung sorgt die Aussage der Tierfreundin für Unverständnis. Eine Unterstützung bei der Versorgung frei laufender Katzen sei nicht an einen Verein gekoppelt.

Es gibt aber ein grundsätzliches Problem. Warum soll eine Einzelperson, die vier streunende Katzen betreut, Futterspenden bekommen? Eine solche Unterstützung könnte dann auch eine Hartz-IV-Bezieherin erwarten, deren vier Tiere nur in der Wohnung leben.

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