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Sind Pampows Fußballer zu laut? : Ärger am Spielfeldrand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hausbesitzer in der Buchenstraße von Pampow fühlen sich verschaukelt: „Hätten wir vom neuen Fußballplatz gewusst, hätten wir hier nie gebaut“

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Eigenheim, Glück allein? Für Familie Kähler aus Pampow ist das Glück in weite Ferne gerückt, seit feststeht, dass die Fußballanlage des MSV Pampow näher an ihr Grundstück heranrückt. „Wenn wir gewusst hätten, dass noch ein weiterer Fußballplatz entstehen wird, dann hätten wir hier niemals gebaut.“ Hier, das ist die Buchenstraße, die ein Neubaugebiet und ein Gewerbegebiet trennt. Mehr als zwei Dutzend Häuser sind seit Mitte vergangenen Jahres dort gebaut werden. Dass gegenüber Gewerbe entstehen soll, das war ihnen klar. „Stilles Gewerbe“, sagen die Kählers, so hätte es ihnen Pampows Bürgermeister Hartwig Schulz vor drei Jahren gesagt, als bei den Kählers die Idee des Eigenheimbaus an der Buchenstraße reifte. „Stilles Gewerbe, so wurde es uns gesagt, könnte ein Ärztehaus, Friseur, Steuerberater oder ähnliches sein. Von einer Erweiterung des Fußballplatzes war nie die Rede“, ärgert sich Kathleen Kähler. Auch Nicole und Stephan Lorenz wohnen im Neubaugebiet, waren die ersten, die im Juni 2015 dort ihr Eigenheim bezogen. „Wir fühlen uns von der Gemeinde verschaukelt“, sagen sie. Matthias Wichmann stimmt ihnen zu. Er hat an der Buchenstraße in erster Reihe ein Doppelhaus gebaut und an zwei Parteien vermietet. Genau wie viele andere Hauseigentümer in diesem Gebiet befürchtet der 40-Jährige durch die Erweiterung der Platzanlage um ein weiteres Fußballfeld Wertminderung seines Objektes und zusätzlichen Lärm: „Ich möchte natürlich nicht, dass meine Mieter deshalb ausziehen.“

Schon jetzt, so sagen die Anwohner, sei es mitunter sehr laut auf der bestehenden Platzanlage. Besonders dann, wenn die erste Mannschaft ihre Verbandsliga-Heimspiele austrägt. Ob Musik aus Lautsprechern oder Torjubel. „Dass das hier so ist, wussten wir vorher“, sagen Kählers und Co. Doch seit der Wall am Spielfeldrand der alten Anlage weg ist, weil das Erdreich zum Auffüllen der neuen Platzanlage gebraucht wird, sei der Lärmpegel weiter gestiegen. Und jetzt auch noch das neue Feld, das ab Ende 2017 für Spiel- und Trainingsbetrieb bereitstehen soll. Das ist vielen Anwohnern einfach zu viel Fußball.

Hat die Gemeinde bei der Vermarktung des Wohngebietes Fairplay vermissen lassen? „Ich weiß nicht mehr genau, was ich damals gesagt habe und ob der Fußballplatz dabei eine Rolle gespielt hat“, sagt Bürgermeister Hartwig Schulz. Fakt sei, dass in diesem Mischgebiet auch ein Fußballplatz entstehen dürfe und um die Baugenehmigung dafür zu bekommen, ein Lärmgutachten erstellt werden musste. Schulz: „Und da gab es keine Beanstandungen.“

Wie geht es jetzt weiter im Streit um den 600 000 Euro teuren Platz? Würde vielleicht eine Lärmschutzwand helfen? „Zuerst sollten wir abwarten, wie laut es nach Inbetriebnahme des Platzes wirklich ist. Danach kann man über alles reden.“

Gesprächsbereitschaft signalisiert jetzt schon der MSV Pampow. „Über Trainingszeiten, Mittagspausen oder ähnliches können wir natürlich reden“, so MSV-Vorsitzender Jens Heysel.

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