Stadt Crivitz setzt auf Ämterfusion : Ämter-Hochzeit bleibt im Gespräch

Wenn Banzkow und das Ostufer Schweriner See ihre Verwaltungen zusammenlegen, soll das Amt Crivitz dabei sein, das möchte die Stadtspitze. Die Debatte läuft.

svz.de von
18. Januar 2013, 10:49 Uhr

Schweriner Umland | Die Stadt Crivitz wolle alles unternehmen, um die Gespräche mit den Ämtern Banzkow und Ostufer Schweriner See für eine gemeinsame Ämterverwaltung nicht abreißen zu lassen. Das sagte Bürgermeister Ulrich Güßmann gestern auf SVZ-Nachfrage. Kommunalpolitiker der beiden Nachbarämter hatten dieser Tage erklärt, dass sie auch ohne Crivitz ein Zusammengehen prüfen. Sie haben das Unternehmen Kubus Kommunalberatung beauftragt, ein Konzept für eine Fusion dieser beiden Ämter zu erarbeiten und kurzfristig vorzulegen (SVZ berichtete).

Ulrich Güßmann, als Bürgermeister auch Mitglied im Amtsausschuss Crivitz, informierte nun, dass sich die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadtvertretung mehrheitlich dafür ausgesprochen haben, dass es eine Sondersitzung des Amtsausschusses zu dieser Thematik geben soll. Deshalb soll zur nächsten Sitzung des Hauptausschusses der Stadt am 24. Januar der Amtsvorsteher eingeladen werden. Anliegen sei es, gemeinsam mit ihm diese Sondersitzung vorzubereiten.

Die Crivitzer Amtsverwaltung werde gebeten, möglichst zügig aktuelle Zahlen vorzulegen. Zum Beispiel darüber, wie hoch die Kosten für einen möglichen Ausbau des Crivitzer Amtsgebäudes sind. Ulrich Güßmann hofft, dass die Sondersitzung des Crivitzer Amtsausschusses noch Anfang nächsten Monats stattfinden kann. Um für die Fusion der drei Ämter zu werben, will Güßmann auch Gespräche mit seinen ehrenamtlichen Amtskollegen im Crivitzer Bereich führen.

"An der Situation hat sich für mich nichts geändert", sagt Klaus Aurich, Amtsvorsteher von Crivitz und Bürgermeister von Bülow. "Es gibt aus meiner Sicht keine neuen Erkenntnisse." Der Amtsausschuss Crivitz hat Anfang Dezember dem Beschlussentwurf über die Grundsatzentscheidung zur Fusion der drei Ämter nicht zugestimmt. Den Gemeinden stehe das Wasser bis zum Hals, sie müssen sparen, betont Aurich. Deshalb gab es die Überlegung einer möglichen Kooperation bzw. Ämter fusion. Nach den vorliegenden Erkenntnissen aber ist in den nächsten Jahren eine Kosteneinsparung nicht zu erwarten.

Manfred von Walsleben, Bürgermeister in Tramm und Mitglied des Amtsausschusses, spricht sich für eine Fusion der drei Ämter aus. Wie sein Crivitzer Amtskollege plädiert auch er für ein Dreier-Bündnis der Verwaltung mit Hauptsitz in Crivitz. "Es ist doch davon auszugehen, dass Crivitz weiter an Einwohnerzahlen verlieren wird, die Kosten für die Amtsverwaltung aber steigen. Die Gemeinden sind sowieso am finanziellen Limit und müssen noch für die Altschulden des ehemaligen Kreises Parchim aufkommen. Da erscheint es doch nur logisch, dass die Ämter ihre Kräfte bündeln und zusammengehen", erklärt von Walsleben. Er sehe es wie sein Crivitzer Amtskollege: Es ist eine Chance, die das Amt Crivitz nicht verstreichen lassen sollte.

Der gleiche Tenor ist aus Pinnow zu hören, das zum Amt Ostufer gehört. Bürgermeister Andreas Zapf hofft, dass die Crivitzer doch noch den Weg zu einer gemeinsamen Amtsverwaltung beschreiten. "Crivitz war und ist das Zentrum für die gesamte Region - Krankenhaus, Ärzte, Gymnasium, Einkaufszentren sind hier zu finden." Von einem zentralen Verwaltungssitz könnten auch die Einzelhändler in der Stadt profitieren.

Aus Sicht von Thomas Schwarz, Bürgermeister in Demen, passen die Ämter Banzkow und Ostufer Schweriner See "wunderbar zusammen". Hier würden auch die ländlichen Gemeindestrukturen stimmen. In beiden Amtsbereichen schlossen sich Dörfer zusammen, unter anderem Pinnow und Godern. Eine Ämter-Hochzeit mit Crivitz stehe er kritisch gegenüber. Das Land habe als Richtgröße für Ämterfusionen eine Einwohnerzahl von 15 000 genannt und maximal zehn Kommunen, sagt er. In den drei Ämtern Crivitz, Banzkow und Ostufer würden dann rund 25 000 Menschen in 17 Kommunen leben. Das seien zu große Strukturen, die dann nicht die erhofften Einsparungen bringen würden, so Schwarz. Wichtig sei ihm auch, die Nähe der kommunalen Verwaltung zu den Bürgern zu erhalten. Dies könnte in den großen Strukturen problematisch werden - trotz der geplanten Bürgerbüros.

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