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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2017 | 04:38 Uhr

Crivitzer Störche : Adebars Nachwuchs ist es zu nass

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Regenfälle im Juli sorgten für Todesfälle im Nest - Storchenbeauftragte Sabine Voß spricht von ungewöhnlicher Saison

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Unwetter, Dauerregen und so richtig warm wurde es auch nicht. Der Juli präsentierte sich bis jetzt wenig sommerlich und vor allem nass. Was für sonnenverwöhnte Menschen schon ein Graus ist, ist für die Pflanzen- und Tierwelt meistens nicht leicht wegzustecken – zumindest, wenn die Ausmaße extrem sind.

Derzeit hat es der Storch besonders schwer. Viele Brutpaare haben ihren Nachwuchs nicht durch die Saison gebracht. „Es war einfach zu nass“, urteilt die Strochbeauftragte der Region Sabine Voß. Seit 2013 ist sie die Ansprechpartnerin rund um die Region Crivitz, wenn es um den schwarz-weißen Adebar geht. So viele Todesfälle beim Nachwuchs der Störche hat auch sie noch nicht erlebt. Bereits Ende Juni kam es zu einer Rettungsaktion bei Tramm, bei der drei Jungstörche aus dem Nest geholt wurden und ein Jungstorch dann tot war. Die anderen beiden Jungstörche wurden mit der Rotlichtlampe vor dem Tod bewahrt und einen Tag später wieder ins Nest gesetzt (SVZ berichtete).

Doch dann gab es wieder heftige Regenschauer. Ein weiteres Jungtier starb, das dritte verbliebene überlebte.

Auch in Garwitz in der Lewitzregion wurde die Expertin zu Hilfe gerufen. Das gleiche Spiel dort: Das Nest war voller Regenwasser, von drei kleinen Storchen lugte nur noch einer aus dem Nest. Auch in Wessin haben fünf Jungstörche den Regen nicht überlebt. „Es gibt Regionen, da starben 50 Prozent der Jungstörche“, erklärt Voß. Im Vergleich dazu sei die Bilanz in ihrem Gebiet noch gut. Doch auch sie verzeichnet seit einigen Jahren einen Rückgang des Bestandes. Sabine Voß hat insgesamt acht Horste zwischen Banzkow, Wessin und Raduhn in ihrer Verantwortung. Sie selbst wohnt in Mirow und hat bei sich auf dem Hof ebenfalls einen Horst für die Zugvögel eingerichtet. Auch dort beobachtet sie die Entwicklung. „Von 1997 bis 2007 hatten wir immer ein besetztes Storchennest. In diesem Jahr sah es ganz gut aus. Ein Storch wartete mehr als eine Woche auf eine Partnerin. Doch dann war ihm die Zeit wohl zu lang. Er flog weg und kam nicht wieder“, berichtet Sabine Voß. Der Verlust in den Storchennestern sei nicht nur dem extremen Wetter geschuldet, auch die Natur und veränderte Landwirtschaft verdränge den Zugvogel, der bis nach Afrika fliegt, um dort zu überwintern. Diese Strecke berge auch viele Gefahren, so die Expertin. „Schließlich fliegen sie nicht nur um die Ecke“. Im August wird der Nachwuchs langsam flügge, damit es dann Mitte beziehungsweise Ende des Monats auf große Reise gehen kann.
Sabine Voß hat sich bei den heftigen Regenfällen oft Sorgen um den gefiederten Nachwuchs gemacht und an die kleinen Störche gedacht.

Sie arbeitet eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen und bei praktischen Fragen wendet sie sich auch mal an den Storchenhof in Loburg bei Magdeburg.

Sie freut sich nach der Brutsaison immer auf das neue Frühjahr, denn dann ist das das Storchengeklapper wieder zu hören. Und das sei „wie eine Sinfonie in meinen Ohren“.


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