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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 19:45 Uhr

Die Störche sind da : Adebar klappert wieder in Tramm

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Freude im Lewitzdorf: Nach 20 Jahren ist wieder ein Horst im Dorf besetzt, das Vogelpaar zieht zwei Junge auf

Helmut Manteuffel strahlt übers ganze Gesicht. „Wir haben wieder einen Storch im Dorf.“ Und korrigiert sich gleich: „Eine ganze Storchenfamilie.“ Das Schöne sei, dass er das Treiben auf dem Nest von seiner Veranda aus verfolgen kann. Denn der Mast mit dem Horst steht in seinem Garten in Tamm. „Was ist das spannend, die Jungstörche zu beobachten, wenn sie ihre Flügel ausbreiten und sich auf die ersten Flugversuche vorbereiten“, sagt der 83-Jährige. Denn schon bald, davon geht er aus, werden sie das Nest verlassen und in Richtung Süden ziehen – wie auch ihre Eltern.

Noch aber genießen Helmut Manteuffel und Gerd Hasselbrink den Anblick von Meister Adebar und Familie. Beiden ist es zu verdanken, dass sich die Störche wieder in Tramm niedergelassen haben – nach 20 Jahren.

Jetzt sind Ende April zwei Störche auf dem Horst im Garten gelandet. Sie flogen bald wieder weg. Das Nest war nicht einladend, eigentlich, so erinnert Manteuffel, gab es gar keins mehr. Elstern und andere Vögel hatten es regelrecht auseinander genommen. Nur das Metallgerüst war übrig geblieben.

Was nun? Manteuffel und Hasselbrink hatten eine Idee: Eine feste Bodenplatte aufs Gerüst einbringen und das Ganze mit Rasensoden und Weidenruten ausstaffieren. Hasselbrink, der eine Elektrofirma in Tramm hat und über entsprechende Technik verfügt, telefonierte kurzentschlossen zwei seiner Mitarbeiter heran. Aus einer Kabeltrommel wurde eine Scheibe Holz für den Untergrund gewonnen, die Männer haben diese eingebaut und das Rund ausgekleidet. „Das Ganze hat zweieinhalb Stunden gedauert“, erinnert sich Gerd Hasselbrink. Der 67-Jährige hoffte wie Helmut Manteuffel, dass die Störche es annehmen. Und so war es. Zwei Stunden, nachdem das Nest grob hergerichtet war, kehrten die Störche zurück – und blieben. Tage später war offensichtlich, dass sie am Nest weiter bauen, es sich also wohnlicher machen wollten, erzählt Manteuffel.

Die Zeit danach sei aufregend gewesen, meint er. Sind Eier im Nest? Brüten die Störche? Auch wenn der Mast nur wenige Meter vom Manteuffelschen Haus entfernt ist, reinschauen ins Nest konnte keiner. Eine Ahnung hatten die Storchenfreunde sehr wohl. „Wir waren uns relativ sicher, dass die Störche brüten, denn sie standen immer wieder mal auf, um die Eier zu drehen. Um den 20. Juni herum herrschte dann Klarheit: Zwei Junge sind geschlüpft. Helmut Manteuffel stieg aufs Dach eines Flachgebäudes, das Fernglas in der Hand. Mittlerweile sind die beiden Jungen ordentlich gewachsen und entengroß. Die Eltern kümmern sich sehr fürsorglich um ihre Jungen, weiß der Trammer. Er habe schon so manches Schauspiel beobachten können. Es gab Tage, da kreisten gleich mehrere Störche über dem Nest. Ob sie ein Auge auf diesen Horst geworfen haben, weiß er nicht. Aber Storchenvater oder -mutter klapperten dann laut, um den Partner um Hilfe zu rufen. Der kam pfeilschnell angeschossen – in Kampfstellung – und gemeinsam vertrieben sie die Fremdlinge.

Jetzt hoffen Manteuffel und Hasselbrink, dass die Störche im nächsten Jahr wieder kommen. Beide freuen sich, dass Tramm wieder Störche hat. Manteuffel erinnert sich noch, dass es früher auf dem Dach der alten Schulscheune ein Storchennest befand. Die musste aber aus Altersgründen abgerissen werden. Später haben die Trammer drei Horste errichtet, um die Störche wieder zu animieren, zu bleiben. Der frühere Storchenbeauftragte Peter Scholz aus Crivitz hat die Trammer dabei unterstützt. Aber in den zurückliegenden 20 Jahren wollte einfach kein Storchenpaar dauerhaft bleiben. Deshalb ist die Freude im Lewitzdorf nun groß. Zwei Horste im Ort sind noch unbesetzt, so Helmut Manteuffel. Vielleicht ändert sich das in den nächsten Jahren ja, frohlockt er.

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