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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 04:08 Uhr

Betrüger am Telefon : Abzocke per Gutschein-Karten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach zwei Betrugsfällen: Polizei warnt vor Tätern, die ihren Opfern mit falschen Gewinnversprechungen das Geld aus der Tasche ziehen

von
erstellt am 29.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Mit falschen Gewinnversprechen ziehen sie ihren Opfern das Geld aus der Tasche: Betrüger, die angeblichen Glückspilzen vorgaukeln, sie hätten bei einem Preisausschreiben den großen Coup gelandet und müssten nur noch die Kosten für eine Sicherheitsfirma übernehmen, die den Preis ausliefert. In zwei Fällen hatten die Gauner jetzt in Schwerin mit dieser Masche Erfolg. 700 bzw. 900 Euro zahlten die Betroffenen – per Gutschein-Karte (SVZ berichtete).

Wer bezahlt, habe verloren, sagt Schwerins Polizeisprecher Steffen Salow. „Das Geld ist weg.“ Das Perfide an der Methode: Die Geschichte, die die Betrüger ihren Opfern auftischen, klinge im ersten Moment durchaus glaubwürdig, so Salow. „Viele Menschen machen bei Preisausschreiben mit und mancher verliert auch schon mal den Überblick über die Gewinnspiele, an denen er sich beteiligt hat.“ In solchen Fällen hätten die Ganoven leichtes Spiel: „So konnte eine Anruferin einem 63-jährigen Lankower auch vortäuschen, dass er knapp 50 000 Euro gewonnen hat“, schildert der Polizeisprecher. Auch die verlangten 700 Euro für den Geldtransport seien für das überrumpelte Opfer womöglich eine realistische Größe gewesen.

Um die angeblichen Kosten für die Sicherheitsfirma zu kassieren, hätten sich die Betrüger so genannter Gutschein-Karten bedient, erklärt Salow. Diese Karten über einen bestimmten Betrag könnten unter anderem an Kiosken oder Tankstellen erworben werden, um den Zahlungsverkehr bei Bestellungen im Internet abzuwickeln. Mit einem Code werde das Geld dann freigegeben, so der Polizeisprecher. Im konkreten Fall hätten die Betrüger den Lankower ein weiteres Mal angerufen und die Zahlenkombinationen der Gutscheine abgefragt. In einem anderen Fall in der Landeshauptstadt seien nicht nur 700, sondern 900 Euro ergaunert worden, sagt Salow.

Die Anrufe sind nach Angaben des Polizeisprechers von einer Telefonnummer mit deutscher Vorwahl aus erfolgt. Dabei könne es sich um eine betrügerische Nummer gehandelt haben, einem Fall von so genannten Call-ID-Spoofing, bei dem Rufnummern generiert würden, die Anrufe einer Behörde oder eines Unternehmens suggerierten.

Salows Rat: Vorsicht bei dubiosen Anrufen, am besten den Hörer gleich auflegen und die Polizei informieren. „Bei einem tatsächlichen Gewinn entstehen weder Kosten für Notar noch für eine Sicherheitsfirma“, so der Sprecher.

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