Umweltschutz : Abwassergruben: Prüfung stockt

Die Alternative aus Kunststoff sieht aus wie ein kleines U-Boot: Frank Westphal vom Kleingartenverbandberät Kleingärtner Joachim Frahm (r.) beim Einbau eines abflusslosen Sammelbehälters in seine Parzelle.
Die Alternative aus Kunststoff sieht aus wie ein kleines U-Boot: Frank Westphal vom Kleingartenverbandberät Kleingärtner Joachim Frahm (r.) beim Einbau eines abflusslosen Sammelbehälters in seine Parzelle.

Erst 600 von 8000 Anlagen auf Dichtigkeit kontrolliert / SAE will säumige Kleingärtner in sensiblen Bereichen anschreiben

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02. März 2015, 12:00 Uhr

Das Verfahren ist klar geregelt: Die Betreiber der rund 8000 abflusslosen Abwassersammelgruben in Schwerin, darunter insbesondere Kleingärtner, haben die Dichtigkeit der Gruben nachzuweisen. So steht es in einer Verfügung der Stadt vom April 2014. Die Prüfung ist von Sachkundigen durchzuführen, der Nachweis der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) vorzulegen. So weit die Theorie.

In der Praxis klemmt es jedoch. Die ersten Prüfungsfristen für etwa 1000 Gruben, die sich in oder unmittelbar bei Trinkwasserschutzgebieten befinden, sind bereits verstrichen. „Uns liegen aber erst rund 600 Kontrollergebnisse vor“, sagt SAE-Werkleiter Lutz Nieke. Mehr als 500 der überprüften Gruben seien dicht, bei den anderen müsse nachgebessert haben. Eigentümer von Sammelgruben in sensiblen Bereichen, die sich bisher nicht bei der SAE gemeldet hätten, würden im März angeschrieben und zum Handeln aufgefordert, kündigt Nieke an. Anderenfalls drohe ein Ordnungsgeld von 500 Euro. Die Masse der Gruben-Besitzer habe Zeit, sich bis Ende dieses bzw. nächsten Jahres mit dem Prüfungsnachweis zu melden, so der Werkleiter.

Nieke setzt auf Kooperation, nicht auf Konfrontation. In der Sache bleibt er aber hart. Die Abwassersammelgruben müssten in Ordnung sein, um ein Gefahrenpotenzial auszuschließen. So heißt es denn auch in der Verfügung der Stadt: „Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sich bei diesen Sammelgruben in zunehmendem Maße Undichtigkeiten einstellen, welche geeignet sind, das Grundwasser auch in Trinkwasserschutzgebieten zu kontaminieren. Die Abwassersammelgruben werden zu einem großen Teil bereits über viele Jahre betrieben. Ordnungsgemäße Dichtigkeitsnachweise über diese Gruben existieren im Regelfall bisher nicht.“

Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen nach Angaben von Nieke die Abwassersammelgruben am Nuddelbachtal, am Neumühler und am Medeweger See sowie in Gosewinkel – aufgrund der Lage der Kleingartenanlagen in oder bei Trinkwasserschutzgebieten. Im Falle einer undichten Grube gäbe es grundsätzlich drei Möglichkeiten, erläutert der SAE-Chef: Instandsetzung, Ersatz durch eine komplette Kunststoffgrube oder Stilllegung. Ein Rostocker Erfinder brachte in der Vergangenheit als vierte Variante auch einen Toiletten-Einsatz ins Gespräch.

Die Prüfungen der Sammelgruben werden von Kräften aus dem Schweriner Kreisverband der Kleingartenfreunde vorgenommen, die bei der SAE geschult wurden. „Die Zusammenarbeit mit der SAE ist gut“, bestätigt der Vorsitzende des Kreisverbandes, Wolfram Görs.

Wer Fragen zum Thema Sammelgruben hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse info@saesn.de an die SAE wenden. Telefonisch ist eine Kontaktaufnahme unter den Nummern 0385-6333561 oder 6331561 möglich.

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