Heftige Diskussion : Abwägen: Parken oder Umwelt

Ganz schön eng: Auch in der Händelstraße gibt es nur selten freie Parkplätze.
Ganz schön eng: Auch in der Händelstraße gibt es nur selten freie Parkplätze.

SVZ-Leser und Kommunalpolitiker diskutieren anhaltend heftig über das Thema Parken in der Werdervorstadt

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04. November 2014, 23:03 Uhr

Selten hat ein Thema die Leser und Stadtpolitiker in Schwerin so hartnäckig beschäftigt wie das Parken in der Werdervorstadt. Die Einrichtung der kleinen Anwohnerparkzone O und die Aufforderung des Bauamtes zum Rückbau von Parkplätzen in übermäßig versiegelten Innenhöfen erregen die Gemüter.

„Ich danke der SVZ, dass sie darüber so ausführlich berichtet und man als Betroffener das Gefühl hat, dass sich so vielleicht etwas ändert“, schreibt Henrike Schwindt. „Ich wohne in der Werderstraße und arbeite in drei Schichten. Wenn ich von der Spätschicht nach Hause komme, habe ich keine Chance einen nahen Parkplatz zu finden. Ausweichen muss ich in die entfernte Lagerstraße, wo mir im Dunkeln schon etwas mulmig zumute ist, dort alleine zu gehen. Es gibt einfach zu wenig Stellplätze.“ Ähnlich argumentiert Lydia Mursell: „Ich wohne in der Schelfstadt und kenne das Problem der Parkplatzsuche. Es steht alles voll, nicht nur von Schwerinern, sondern auch von vielen anderen“, schreibt die Schwerinerin. Auch Carola Keymer kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Sie fürchtet, dass es sich verschärft: „Wo sollen die künftigen Bewohner des ehemaligen Werder-Krankenhauses und der alten Brauerei parken? Die Parkplätze in den Höfen entlasten die Situation, aber da kann die Stadt eben keine Parkgebühren kassieren und auch keine Knöllchen verteilen“, schreibt sie verärgert.

André Thieß sieht die Problematik etwas anders: „Ich freue mich, dass es bei mir in der Straße keine Tordurchfahrten gibt. Klar, auch ich muss abends zu später Stunde einen Parkplatz suchen und habe dabei nicht immer Glück. Aber was steigert die Lebensqualität mehr, als ein grüner Innenhof mit Bäumen, Wiese und spielenden Kindern? Wir sollten nicht alles der Bequemlichkeit unterwerfen.“

Leser H. Ackermann ist mit der Teillösung für die Anwohnerparkzone O nicht zufrieden: „Wenn ich mich richtig erinnere, hatten unsere Stadtvertreter beschlossen, in der Werdervorstadt von der Rathenaustraße bis zur Amtstraße eine Anwohnerparkzone einzurichten. Nun musste ich aus der Zeitung erfahren, dass das Gebiet zu Testzwecken beschränkt wird. Schon jetzt ist die Parkplatzsituation in der Werdervorstadt durch Auswärtige angespannt. Was denken sich die Verantwortlichen denn, wie es danach in den restlichen Straßen der Werdervorstadt aussieht? “

Eva-Maria Tempelhahn schreibt: „Auch wenn ich Umweltschutz positiv gegenüber stehe, macht sich die Verwaltung mit diesem Thema lächerlich. Anscheinend bekommt sie die in der Tat akute Parkplatznot in der Stadt nicht in den Griff. Statt froh zu sein, dass so in einigen Fällen Parkplätze geschaffen werden, macht sie sich in der grünen Stadt Gedanken über zu stark versiegelte Innenhöfe.“

Die Fraktion Unabhängige Bürger (UB) dagegen unterstützt den Weg der Verwaltung zum Rückbau von Kfz-Stellplätzen in Innenhöfen der Schelf- und Werdervorstadt. „Wir sind uns der problematischen Parkplatzsituation in der Innenstadt bewusst“, so UB-Stadtvertreter Manfred Strauß. „Dennoch muss der illegalen Flächenversiegelung für Parkplätze in Innenhöfen und Vorgärten Einhalt geboten werden.“ Rolf Steinmüller ergänzt: „Wir dürfen bei allem Verständnis für die betroffenen Anwohner nicht vergessen, dass wir auch eine Verantwortung unserer Umwelt gegenüber haben.“

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