Wildes Schwerin : Abschuss mit Hindernissen

In diesen Tagen sind sie wieder aktiv: die Jäger in der Region.
In diesen Tagen sind sie wieder aktiv: die Jäger in der Region.

Nicht überall in der Stadt ist Jagen erlaubt – bei Gefahr gibt es Sondergenehmigungen

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12. November 2017, 05:00 Uhr

In der Landeshauptstadt leben nicht nur knapp 100 000 Menschen, sondern auch das Wild hat Flächen, in denen es sich heimisch fühlt. Nicht immer sind die Areale klar aufgeteilt. Und so kommt es immer wieder zu Beschwerden, wenn sich Wildschweine und Co. in den so genannten befriedeten Bezirken einrichten, in denen nicht gejagt werden darf. Nach gründlichen Prüfungen werden dann von der Unteren Jagdbehörde Ausnahmegenehmigungen an die Jagdpächter ausgegeben. In diesem Jahr haben drei Jäger eine bekommen. Unter anderem für das Gebiet zwischen Schlossgarten, Küchengarten, Franzosenweg und Kleiner Karausche. Monatsweise wird geprüft, ob dort gegen das Wild vorgegangen werden darf. In den vergangenen elf Monaten war das aufgrund des großen Schwarzwildbestandes und den entstandenen Schäden der Fall.

„Es ist keine leichte Aufgabe. Das Gelände ist zum Teil unwegsam und das gefahrlose Schießen eben nicht stets gegeben“, sagt der Jäger, der die Sondergenehmigung für dieses Areal bekommen hat. Seinen Namen will er nicht nennen, denn es gäbe nicht nur Befürworter dieser Aktionen. Er selbst hat mit den direkten Anwohnern gesprochen, sie auf das Vorhaben, Wild in dem Bereich zu strecken, vorbereitet. Fast täglich ist er in dem Bereich, der etwa die Größe eines Fußballfeldes hat, unterwegs. Fünf Stücke Schwarzwild hat er gestreckt, damit aber noch nicht das Problem gelöst. Doch die Möglichkeiten, so der Jäger, sind im Gegensatz zum Revier stark begrenzt: „Es halten sich nicht alle an die offiziellen Wege, könnten so schlimmsten Falls in die Schusslinie geraten.“

Gesonderte Abschüsse wurden in diesem Jahr zudem für die Wiese am Grimke See sowie in Mueß/Mueßer Bucht – Nähe der Crivitzer Chaussee erteilt“, erklärt Dörte Behring von der Unteren Jagdbehörde. Allerdings erst nach eingehenden Prüfungen, betont sie. Ein vom Schwarzwild umgebrochener Grünstreifen reiche allein nicht aus. „In diesem Fall besteht ein erhebliches öffentliches Interesse der Bewohner vom Paulshöher Weg, Paulshöher Ring, Schlossgartenallee, Franzosenweg und Kalkwerderring, insbesondere weil sich eine Rotte Wildschweine seit Juli 2016 in diesem Gebiet aufhält“, erklärt Behring. Jeder einzelnen Beschwerde wurde nachgegangen und der Sachschaden bei einem Vor-Ort-Termin geprüft. Mehr als 20 Betroffene wurden kontaktiert. Mehrfach wurden erhebliche Wildschäden wie umgebrochene Obstbäume, ein durchwühlter Spielplatz oder zerstörte Hausgärten feststellt.

Viele Beschwerden gibt es auch im Bereich des Fernsehturms. Dort wird ein Sonderabschuss noch geprüft, so Dörte Behring.

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