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Schweriner Werderklinik : Abschiedsvisite im Krankenhaus

vom

Vor dem Umbau der Schweriner Werderklinik zur VR-Bank-Hauptverwaltung durften am Wochenende geladene Gäste nochmal in Erinnerungen schwelgen.

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2012 | 10:09 Uhr

Werdervorstadt | "Ionisierende Strahlen" steht auf dem gelben Schild an der weiß lackierten Holztür. Heute kümmert das keinen, niemand legt eine Bleiweste an, niemand sitzt angespannt im Warteraum. Stattdessen strömen mehr als 200 Menschen durch die alte Werderklinik, schwelgen in Erinnerungen, staunen, fotografieren, frieren ein wenig. Die Räume sind unbeheizt und fast komplett leergeräumt. An einer Wand hängt noch eine Kinderzeichnung für "Mama", daneben ein professionelles Plakat über den Aufbau der Haut. Hautklinik, Institut für Röntgendia gnostik, orthopädischen Klinik, Frauen- und Kinderklinik waren hier zuletzt beheimatet. Davon zeugen die alten Info-Tafeln. Die VR-Bank hatte am Sonnabend Kunden, Freunde und Vertreter geladen, um sich die neue Hauptverwaltung vor dem Umbau anzuschauen. Das Kreditinstitut will Mitte 2014 in die Werderklinik ziehen (SVZ berichtete).

"Wir sind überwältigt von dieser Resonanz", sagte VR-Bank-Vorstand Matthias Bungert. "Die Klinik ist nicht nur ein Stück Stadtgeschichte, viele Schweriner verbinden eigene Geschichte mit ihr." Joachim Brenncke und sein Sohn Matthias, die zuständigen Architekten für den Umbau, führten am Sonnabend die Besuchergruppen durch beide Häuser: den 1841 eröffneten, denkmalgeschützten Demmlerbau und den 90 Jahre später entstandenen Anbau von Andreas Hamann. Während das zweigeschossige Denkmal innen einfach wie ein modernes Bettenhaus anmutet, weht die Besucher im größeren Hamann-Teil noch klassisch-funktionales Bauhaus-Flair an. Türen, Geländer, Beschläge - "ein typischer 30er-Jahre-Krankenhausbau mit vielen Details, wie es so in Deutschland kaum noch erhalten ist", schwärmte Joachim Brenncke.

Viele Schweriner erinnerten sich auf dem Rundgang an eigene Aufenthalte hier, als Patienten oder als Besucher. "Hier oben war ich früher oft, hier waren nämlich die Schwesternwohnungen", sagt ein Mann mit Augenzwinkern. Im fünften Obergeschoss, wo einst die jungen Damen auch Herrenbesuch empfingen, darf auch 2014 wieder gewohnt werden. Drei Wohnungen sind hier geplant. In die anderen Räume ziehen VR-Hauptverwaltung, VR-Immo und Privatkundenbereich. Im Februar sollen die Arbeiten beginnen. "Wir sind der VR-Bank dankbar, dass dieses denkmalgeschützte Gebäude, das das Bild der Werdervorstadt maßgeblich prägt, wieder eine Nutzung erhält und endlich saniert wird", sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.

Zuerst kommt der Asbest raus, der hier "ohne Ende" verbaut worden sei, ebenso wie Teerpappen in den Betondecken. Anschließend wird der schmale Anbau am Hamann-Haus abgerissen, der zu DDR-Zeiten hochgezogen wurde, erläuterten die Architekten.

Vielleicht gibt es zum Ende der Bauarbeiten einen weiteren Besuchstag, für alle Interessierten, überlegten die Bank-Vorstände schon am Wochenende. Den Baufortschritt könnten die Schweriner bis dahin im Internet verfolgen unter vr-bank.de.

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