Abschied aus der Arbeitswelt : Abschied vom Traumberuf

Entscheidung nie bereut: Pflegedirektorin Edith Hilmer kümmerte sich seit 2004 um Personal und die Qualität der Pflege. Kawi
Entscheidung nie bereut: Pflegedirektorin Edith Hilmer kümmerte sich seit 2004 um Personal und die Qualität der Pflege. Kawi

Edith Hilmer, langjährige Chefin der Krankenschwestern und Pfleger in den Helios-Kliniken, geht heute in den Ruhestand

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29. April 2015, 12:00 Uhr

„ Auch in einem zweiten Leben würde ich Krankenschwester werden. Meine Entscheidung damals war genau richtig“, erzählt Edith Hilmer freudestrahlend und auch ein wenig stolz auf das Geleistete. Heute wird sie nach 47 Arbeitsjahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die Pflegedirektorin sagt den Helios-Kliniken „Adieu“.

Die 63-Jährige besticht durch ihre Wärme und Herzlichkeit. Die Liebe zu ihrem Beruf merkt man ihr sofort an. Doch nur durch einen glücklichen Zufall kam sie auf diesen Berufswunsch. Denn eigentlich wollte sie Friseurin werden. „Als das nicht klappte, entschied ich mich, Krankenschwester zu werden.“ Und auf die Idee sei sie nur durch einen DRK-Kurs gekommen. „Danach wollte ich wirklich nie was anderes machen“, betont Hilmer.

Auch nicht, als sie gleich zu Beginn ihrer Berufslaufbahn auf eine harte Probe gestellt wurde. Nach der Ausbildung im Kreiskrankenhaus Grevesmühlen blieb sie als Krankenschwester da. Und das war nicht gerade leicht. „Denn 1971/72 wollten viele – auch junge Menschen – über die nahe Grenze fliehen“, erzählt die Pflegedirektorin. Die Grenzschussanlage war noch in Betrieb. „Wir hatten viele Patienten mit Schussverletzungen zu behandeln.“ Diese Bilder werde die 63-Jährige nicht mehr vergessen, es habe sie stark geprägt. Es ist einfach ein Teil ihrer Vergangenheit.

Hilmers gute Arbeit wurde bereits Ende 1971 anerkannt. Sie wurde als Leitung auf der chirurgischen Frauenstation eingesetzt. Seit 1978 ist sie nun in Schwerin. Zunächst wieder als Krankenschwester im Bezirkskrankenhaus. Aber auch hier stieg Hilmer schnell zur Stationsleitung auf. 2004 kaufte Helios das Bezirkskrankenhaus. Seither ist sie die Pflegedirektorin. Sie kümmert sich um die gute Qualität in der Pflege, um Personalangelegenheiten und begleitet auch die Auszubildenden.

Gut gelaunt stand sie in den vergangenen Jahrzehnten jeden morgen um 5 Uhr auf. „Morgens brauche ich meine Zeit. Mein Arbeitstag begann immer um 7 Uhr“, erzählt Hilmer. „Und genau das wird nun erstmal komisch werden.“ Zuerst wird es vielleicht wie Urlaub sein, aber dann werde ihr ihre Arbeit sicher fehlen. „Gerade die Kollegen, das ganze Team, die Gespräche – alles wird mir fehlen“, erzählt die 63-Jährige. Aber auf die nun kommende Zeit freue sie sich auch. „Anfang Mai arbeite ich den neuen Pflegedirektor noch eine Woche ein. Meine Stelle wird Robert Green übernehmen.“ Danach werde sie die freie Zeit genießen: „Endlich mal ein Buch am Stück zu Ende lesen, viel reisen und meinen Garten in Ruhe pflegen“, erzählt Edith Hilmer lächelnd.

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