Sülte : Nachwuchs will mit Landwirtschaft IHK-Jugendwirtschaftspreis gewinnen

Die letzten beiden Schulstunden am Mittwoch verbringt Louis Franz auf dem Versuchsfeld der Agp Lübesse in Sülte. Hier haben die Banzkower Schüler aus dem Wahlpflichtkurs „Landwirtschaft“ verschiedene Kartoffelsorten angepflanzt.
Die letzten beiden Schulstunden am Mittwoch verbringt Louis Franz auf dem Versuchsfeld der Agp Lübesse in Sülte. Hier haben die Banzkower Schüler aus dem Wahlpflichtkurs „Landwirtschaft“ verschiedene Kartoffelsorten angepflanzt.

Mit einem Feldversuch auf dem Kartoffelacker bewerben sich Banzkower Schüler.

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17. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Womit kann man Louis Franz die größte Freude machen? Man schenkt ihm einen Pflug. Und dazu ein Stück Land. „Das gehört jetzt dir. Mach damit, was du möchtest“, hatte ihm sein Vater zur Jugendweihe im Mai gesagt und auf ein kleines Wiesenstück hinten im Garten der Familie gezeigt.

Und Louis, überglücklich, machte sich gleich ans Werk. Zwei Tage später saß er auf dem Deutz-Trecker und pflügte die Erde um, in die er Blumensamen für eine Blühwiese säte. Vor Wintereinbruch wird der 14-Jährige die Erde noch einmal pflügen. Nächstes Jahr, erzählt er, will er auf seinem Feld Mais anbauen. „Für die Dekoration unseres Dorferntefestes.“

Schüler probieren sich an Kartoffeln

Auch in seiner Schulzeit kümmert sich Louis um einen Acker. Gemeinsam mit sieben Schülern aus der achten und neunten Klasse der Banzkower Schule hat er ein Versuchsfeld für acht verschiedene, zum Teil sehr seltene Kartoffelsorten angelegt. Die Schüler wollen hier untersuchen, wie sich die Kartoffeln entwickeln, wenn sie ausschließlich von Hand angebaut und gepflegt werden.

„Wir haben Unkraut gezupft, Kartoffelkäfer gesammelt und beregnet, weil der Sommer so trocken war“, erzählt Louis. Das Projekt ist Teil des Wahlpflichtfachs „Landwirtschaft“, für das die Schüler immer mittwochs für zwei Schulstunden nach Sülte zur Kartoffelmarkt GmbH fahren. Seit drei Jahren bietet die Schule in Zusammenarbeit mit der Agp Lübesse das Unterrichtsfach an. „Die Schüler sind voll bei der Sache und sehr engagiert“, sagt ihr „Lehrer“ Erik Steinhauer, Leiter der Abteilung Pflanzenbau. Louis sei sogar in den Sommerferien zum Versuchsfeld gefahren, um hier nach dem Rechten zu schauen.

Landwirtschaft? Auch nach der Schule

Seit der Mirower den Wahlpflichtkurs besucht, ist er sich sicher, nach der Schule „irgendwas mit Landwirtschaft zu machen“. „Es ist total interessant“, sagt er. „Man ist den ganzen Tag draußen und erlebt jedes Mal etwas anderes. Klar ist es auch anstrengend und zeitaufwendig. Aber wenn man Freude daran hat, ist mir das egal.“ Die Kartoffeln auf ihrem Versuchsfeld haben die Schüler inzwischen gerodet.

Erste Ergebnisse hat Louis den Besuchern auf dem Tag des offenen Hofes in Sülte präsentiert. Demnächst wird sich auch die IHK Handelskammer mit dem Projekt befassen. Denn die Banzkower Schüler beteiligen sich damit an der diesjährigen Ausschreibung für den IHK-Jugendwirtschaftspreis. Ihr Titel: „Von der Hand in den Mund - 0,1 Hektar Vielseitigkeit.“

Hintergrund: Jugendwirtschaftspreis der IHK
Mit dem Jugendwirtschaftspreis zeichnet die IHK seit drei Jahren innovative Ansätze, Projekte und Methoden aus, die sich in schülergerechter Weise erfolgreich mit einem der folgenden Ziele beschäftigen: Fokussierung der Berufsorientierung an Schulen, Motivation für unternehmerische Selbstständigkeit und Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge. Der mit 1500 Euro dotierte IHK-Preis richtet sich an Schulen in Westmecklenburg, die allein oder in Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen zukunftsweisende Projekte angehen. Teilnahmeberechtigt sind alle Jahrgangsstufen der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie alle Schülerfirmen. Im Vorjahr gewann die Schülerfirma „Denkanstoß“ aus dem Ernst-Barlach-Gymnasium Schönberg vor der Beruflichen Schule Wirtschaft und Verwaltung Schwerin mit dem „Projekttag Gesunde Schule“.
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