Schwerin : Stiefelgeld für die Freiwillige Feuerwehr

Wenn die freiwilligen Feuerwehren ausrücken, erhält jede Wehr eine Pauschale von zehn Euro.
Wenn die freiwilligen Feuerwehren ausrücken, erhält jede Wehr eine Pauschale von zehn Euro.

Ehrenamtliche Feuerwehrmänner könnten bald eine Einsatzpauschale bekommen.

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28. November 2019, 19:55 Uhr

Die Pieper piepen, die Handys klingeln. Alarm. In der Innenstadt brennt ein Haus. Die Berufsfeuerwehr ist ausgerückt, eine der fünf freiwilligen Feuerwehren in Schwerin wurde ebenfalls alarmiert. Die Feuerwehrmänner und -frauen riskieren bei solchen Einsätzen regelmäßig ihr Leben. Für die Kameraden der Berufsfeuerwehr ist das ihr Job. Sie werden entsprechend bezahlt. Einstiegsgehalt: Etwa 2300 Euro. Ihre Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr setzen sich ehrenamtlich für die Sicherheit der Schweriner ein. Sie bekommen – nichts. Wenn es nach der UB-Fraktion in der Stadtvertretung geht, soll sich das aber ändern.

Unverzichtbar für den Brandschutz

„Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren übernehmen enorm wichtige Aufgaben, sie ergänzen die Berufsfeuerwehr und sind daher für den Brandschutz unverzichtbar“, sagt Manfred Strauß, der Vorsitzende des Ausschusses für Gefahrenabwehr. Wenn die ehrenamtlichen Kameraden ausrücken, gehen sie finanziell nicht ganz leer aus.

Pro Einsatz bekommen sie zehn Euro für die gesamte Wehr. Das Geld wird dann zum Beispiel für gemeinsame Feiern ausgegeben. Die UB wollen nun, dass unter anderem eine personenbezogene Aufwandsentschädigung für jeden Einsatz eingeführt wird, das sogenannte Stiefelgeld. „Das ist für uns ein längst überfälliges Signal der Wertschätzung“, so Strauß. Für die UB könnten das etwa 7,50 Euro pro Einsatz und Kamerad sein. Doch in den Reihen der freiwilligen Feuerwehren kommt dieser Ansatz gar nicht so gut an.

„Wir sehen eine personenbezogene Aufwandsentschädigung skeptisch“, sagt Karl Leonhardt. Der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes finde den Vorstoß der UB zwar gut und freue sich über die dadurch angestoßene Diskussion. Doch für ihn müssten andere Maßnahmen ergriffen werden. Die fordert auch die SPD.

Zusätzliche Belastung für die Stadtkasse

Die Sozialdemokraten wollen statt des Stiefelgeldes eine Erhöhung der allgemeinen Pauschale. Zum Jahreswechsel soll sie auf 30, ein Jahr später auf 50 Euro steigen. Die ASK hingegen fordert eine Schwerin Card für jeden Mitarbeiter der Feuerwehr. „Für uns wäre am besten, wenn die Anträge in die Ausschüsse verwiesen werden, damit wir Stellung nehmen können“, so Leonhardt.

Welcher Ansatz am Ende auch immer beschlossen wird, für die klamme Stadtkasse wird das eine zusätzliche Belastung. Doch noch ist es nicht so weit. Erstmal müssen die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Montag, 2. Dezember, über die Anträge beraten.

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