Schwerin : Landwirtin wehrt sich gegen Gülle-Vorwürfe

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Betrieb aus Wittenförden bestreitet Einlauf von organischem Dünger in den Neumühler See

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01. Juli 2019, 20:00 Uhr

„Gülle-Gefahr für den Neumühler See“ hatten wir in unserer Montags-Ausgabe der SVZ getitelt. Ein anonymer Hinweis besagte, dass immer wieder Gülle nach stärkeren Regenfällen in das Wasser des Neumühler Sees liefe. Durch die trockene Oberfläche sinke die Gülle nicht ins Erdreich ab, sondern würde mit dem Regenwasser in das Trinkwasserschutzgebiet fließen. Der Umweltausschuss hatte daraufhin angekündigt, sich der Sache anzunehmen. „Wir gehen diesen Vorwürfen nach“, so Manfred Strauß.

Gesetzliche Auflagen eingehalten

Jetzt allerdings meldet sich auch das beschuldigte Unternehmen aus Wittenförden. „Uns sind Geschehnisse, wie sie hier beschrieben werden, nicht bekannt. Um den Neumühlener See haben wir einen mindestens 20 Meter breiten Schutzstreifen brachgelegt, wir drillen quer zur Hangneigung, bringen den organischen Dünger mit modernster Technik bodennah aus und halten uns streng an die höheren gesetzlichen Auflagen in Trinkwasserschutzgebieten bezüglich der Düngung unserer Pflanzenbestände“, sagt Dr. Antonia Riecken, die sich aus dem Urlaub an die SVZ wendet.

Der Neumühler See ist Trinkwasserschutzgebiet. Hier soll Gülle eingelaufen sein.
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Der Neumühler See ist Trinkwasserschutzgebiet. Hier soll Gülle eingelaufen sein.
 

Ein einzelnes Beispiel beschreibt sie so: „Wir haben Mittwoch Gülle gefahren, Samstag war der außerordentliche Starkregen von 75 Millimetern. Deshalb ist es kaum vorstellbar, dass die Gülle noch nicht in den Boden eingedrungen war“, weist sie die Vorwürfe von Ingolf K. (Name von der Redaktion geändert) zurück.

Der organische Dünger habe für das Unternehmen außerdem einen hohen monetären Wert, so dass es im Interesse der Firma sei, dass er auch zur Pflanze gelange. Denn in der heutigen Zeit könne sich kein Landwirt erlauben, Geld zu verschenken, schreibt Dr. Antonia Riecken als Reaktion auf die Anschuldigungen.

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