Schwerin : Aufnahme von Tausenden Asylsuchenden erweist sich als Falschmeldung

Fake News: Die im Netz kursierende Meldung mit Kommentar des Schweriner Bürgermeisters ist schlichtweg falsch.

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21. November 2018, 11:58 Uhr

Seit gestern erreichen unsere Redaktion mehrere Leseranfragen zu einer Nachricht, die sich derzeit im Internet verbreitet und vielfach als Screenshot geteilt wird. Vor allem viele Schweriner horchten dabei auf. In einer auf den ersten Blick echt erscheinenden Meldung hieß es, dass die Landeshauptstadt etwa 15 500 Asylsuchende, vornehmlich aus Syrien und Nordafrika, aufnehmen werde. Als Quelle ist das "Kölner Abendblatt" angegeben.

Nach kurzer Recherche erwies sich diese Meldung jedoch als falsch. Es handelt sich dabei nach eigenen Angaben um Satire. Satire, die jedoch nicht als solche gekennzeichnet ist. Besonders heikel an der Meldung ist ein vermeintlicher Kommentar des Schweriner Bürgermeisters Rico Badenschier. So soll er erklärt haben: "Wir Schweriner freuen uns auf neue kulturelle Einflüsse und haben uns auch stark gemacht für den Bau einer Moschee auf dem Großen Dreesch."

Rico Badenschier wies den Kommentar vehement zurück: „Diese Nachricht im Internet ist so absurd, die Zahlen sind so falsch, dass man eigentlich nur mit Satire darauf reagieren kann“, sagte Schwerins Oberbürgermeister auf Nachfrage unserer Redaktion. „Ich habe den Betreiber des besagten Internetportals aufgefordert, die Falschmeldung umgehend zu entfernen. Zudem prüfen wir rechtliche Schritte.“

Nicht gekennzeichnete Satire

Wer die Nachricht zurückverfolgt, stellt schnell fest, dass es das "Kölner Abendblatt" gar nicht gibt. Hinter dem Absender verbirgt sich mit Paul Newsman ein Anbieter für "Satire und Fake-Nachrichten", wie es dort heißt. Neben dem Abendblatt werden unter anderem auch die Portale "Blitz Kurier", "Britta - Das Magazin für die Frau", "Ostdeutscher Anzeiger" für die Veröffentlichung eigener Artikel angeboten. Allerdings erschließt sich erst im Impressum: "Artikel dieser Magazine sind nicht real und sollten nicht als seriöse Quellenangabe genutzt werden!"

Unsere Leser zeigten sich besorgt. So schrieb eine Leserin: "Ich denke, so etwas tut Schwerin nicht gut, denn es gibt genug Leute, die damit propagieren und hetzen."

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