Schulsozialarbeit in Schwerin : Opfer klärt Schweriner Schüler über die Folgen von Gewalt auf

von 02. Dezember 2021, 16:32 Uhr

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Schüler zweier Regionalen Schulen nehmen am Gewaltpräventionsprojekt mit Christoph Rickels in Schwerin teil.
Schüler zweier Regionalen Schulen nehmen am Gewaltpräventionsprojekt mit Christoph Rickels in Schwerin teil.

Ein Gewaltpräventionsprojekt mit Christoph Rickels als persönlich Betroffener hat Schüler der Siemens- und der Weinertschule sehr beeindruckt.

Schwerin | Es war ein Beitrag im Radio, der Schulsozialarbeiterin Luise Griffel von der Regionalen Schule „Erich Weinert“ bewog, Kontakt zur Initiative „first togetherness“ aufzunehmen, berichtet Constanze Luther, die ebenfalls Schulsozialarbeiterin ist, aber an der benachbarten Siemensschule. Der Gründer dieser Initiative, Christoph Rickels, war nämlich selbst Opfer einer Gewalttat geworden und erzählt nun Schülern sehr authentisch, wie es dazu kommen konnte. Dieses Angebot haben die beiden Regionalen Schulen in Lankow angenommen und insgesamt 24 Schulklassen zu dem Gewaltpräventionsprojekt mit Christoph Rickels eingeladen. „Das, was dieses Projekt so einzigartig macht, ist der Mensch Christoph Rickels, der offen und ehrlich und sehr authentisch zu und mit den Schülern sprach“, sagt Constanze Luther „Es war tatsächlich nur der eine sekundenschnelle Schlag, der zwei Leben zerstörte – das Leben des Opfers sowie das des Täters.“ Auch Christoph war mal Täter Untermauert wurde die Erzählung durch das Zeigen realer Aufnahmen der Überwachungskamera der Diskothek, in der die Gewalttat im September 2007 stattfand, die den jungen Mann zum Invaliden machte. Alle konnten sehen, dass das, was Christoph erzählte, tatsächlich passiert ist. Der Ernst dieses Themas wurde den Schülern durch die sichtbare spastische Lähmung und die hörbare Sprachbehinderung verdeutlicht. Weiterlesen: Schüler schlägt Lehrerin ins Gesicht Weiterlesen: Wie eine Schule gegen Gewalt unter den Kleinsten kämpft Die Schüler wurden während des gesamten Vortrages eingebunden und durften jegliche Fragen stellen. Ehrlich erzählte Christoph, dass auch er bis zu diesem Vorfall dachte, es sei cool, zuzuschlagen. Auch er war in seinem früheren Leben in bestimmten Situationen ein Täter. Den Grundtenor dieses Projekts konnten alle Schüler spüren: „Überlege, was eigentlich cool ist!“ Das Präventionsprojekt wurde vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, der Regionalen Arbeitsstelle RAA Schwerin, dem Caritasverband, vom Europäischen Sozialfond und von der Landeshauptstadt unterstützt. ...

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