Schwerin : Chef der Urologie verlässt die Helios Kliniken

Das kommende Jahr bringt für den Urologen Dr. med. Peter Bub den wohlverdienten Ruhestand.
Das kommende Jahr bringt für den Urologen Dr. med. Peter Bub den wohlverdienten Ruhestand.

Eine Ära geht zu Ende: Dr. Peter Bub war 27 Jahre Chef der Urologie und geht jetzt in den Ruhestand.

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27. Dezember 2018, 20:00 Uhr

Wenn auch etwas Wehmut mit im Spiel ist, so überwiegt doch die Freude auf den neuen Lebensabschnitt. Der Mann, der das gesteht, ist Mediziner an den Helios-Kliniken und heißt Dr. Peter Bub. Der 65-Jährige wird zu Beginn des neuen Jahres seinen Ruhestand antreten. Damit geht für das Klinikum ebenfalls eine Ära zu Ende. Denn in den vergangenen 27 Jahren hat Bub als Chefarzt eine anerkannte Einrichtung geschaffen. Der gebürtige Stuttgarter gestaltete Um- und Ausbau maßgeblich mit und setzte überregional Schwerpunkte in der urologischen Onkologie, der Endoskopie sowie der Steintherapie. Seit etwa anderthalb Jahren führt Bub die Klinik mit seinem Nachfolger Prof. Dr. med. Chris Protzel, um Tradition und Moderne miteinander zu verknüpfen.

1991 in Schwerin als Arzt angefangen

Als Bub 1991 das erste Mal nach Schwerin kam, hieß sein Arbeitsort noch Bezirkskrankenhaus. „Alles war im Um- und Aufbruch. Die Menschen hatten viele Hoffnungen, Träume und wollten etwas bewegen. Das war so ansteckend. Diese Zeit war spannend, aber auch hart. Für mich persönlich bedeutete der Umzug in den Norden plötzlich viel Wind, wenig Freunde und ein geringeres Einkommen“, erinnert sich der Mediziner an den ganz persönlichen Sprung ins kalte Wasser. „Aber ich wollte eine leitende Stelle und habe im Deutschen Ärzteblatt damals eine kleine Anzeige gelesen.“ Also habe er kurzerhand zwei Tage frei genommen und sei nach Schwerin gefahren. „Es war Anfang März, noch bitterkalt und feucht. Also nicht besonders einladend. Aber ich habe gleich ein paar nette Leute kennengelernt“, erzählt Bub.

Und dass es 18 Bewerber auf den Posten gegeben habe. Acht davon seien schließlich zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden. „Ich hatte wohl die besten Karten oder auf jeden Fall einen gute Eindruck hinterlassen“, sagt der scheidende Chefarzt heute, dessen Frau ihm bei diesem Entschluss den Rücken gestärkt habe. „Wir haben es nicht bereut und wollen auf keinen Fall zurück nach Stuttgart“, betont Bub. Und amüsiert sich auch nach fast drei Jahrzehnten in diesem maulfaulen Landstrich noch immer über die einstigen Blicke der Einheimischen, wenn er ihnen ein „Grüß Gott!“ entgegenschmetterte. Das habe er sich jedoch schnell abgewöhnt.

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Offenheit und wenig Konkurrenzdenken

„Ich bin schnell warmgeworden mit den Mecklenburgern. Es sind abwartende, aber freundliche Menschen“, berichtet der Arzt rückblickend. Und spricht über eine intensive Zeit, in der alles möglich schien. „Vieles ging damals noch auf kurzem Dienstweg. Der direkte Draht zur Politik war ein Segen. Offenheit, kein Gebuhle um Patienten und wenig Konkurrenzdenken haben diese Anfangsjahre geprägt. Mitte der 90er-Jahre obsiegte dann leider wieder die Bürokratie.“ Bub räumt aber auch ein, dass er im Nachhinein einiges vielleicht zu sehr idealisiere. Besonders im Gedächtnis geblieben sei ihm aber ein großer Urologenkongress in der Landeshauptstadt 1999. „Mit 200 Leuten durften wir in den Saal des Museums, das war toll und hat auf die Fachwelt Eindruck gemacht.“

Der Wissensaustausch ist es auch, den Bub gerne und oft hervorhebt. „Seit wir Helios sind, profitieren alle davon. Vorher waren wir doch mehr oder minder Einzelkämpfer.“ Mit „wir“ schließt der Experte seine neun ärztlichen Mitarbeiter, die zehn OP-Schwestern sowie die 30 Schwestern auf Station ein, deren täglichen Einsatz er höchstes Lob zollt. Wie auch der Digitalisierung und der Vernetzung des Datenflusses, die zwar nicht immer einfach gewesen seien, aber an denen perspektivisch gesehen, kein Weg vorbeigeführt habe. „Mehr Betten und eine Verkürzung der Liegezeit von zwölf auf vier Tage sind unter anderem das Ergebnis“, erklärt Bub, dessen Elternhaus bereits medizinisch geprägt war. „Mein Vater war Urologe, meine Mutter Psychiaterin. Deswegen finde ich die sprechende Medizin, das Zuhören und Beraten, auch so wichtig.“

Aus ihm wäre wahrscheinlich auch ein sehr guter Architekt geworden, meint Bub. Denn das sei ebenfalls ein Berufswunsch gewesen. Wünschen würde er sich auch mehr Humor und Gelassenheit unter den Zeitgenossen, merkt er weiter an.

Dass viele Kollegen und Wegbegleiter mit ihm zusammen alt geworden seien, bezeichnet Bub als Glücksfall, jedoch nicht als Zufall. „Besonders in der Urologie hatten wir als Team immer eine hohe Stabilität und eine sehr geringe Fluktuation. Das spricht für sich“, freut sich der Arzt, der in seiner Freizeit gerne Klavier spielt, die Natur liebt sowie Sprachen wie Englisch, Italienisch, Französisch sowie Polnisch lernt und spricht. Italienisch kochen mag er auch. „Da ich kaum Fleisch esse, sehr gerne Pasta mit Pilzen.“

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