Schwerin : Angebote für Obdachlose bleiben trotz Corona bestehen

von 02. Dezember 2021, 17:06 Uhr

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Die kalte Jahreszeit ist für Wohnungslose besonders hart. Umso wichtiger ist es, dass die Wohnungslosenunterkünfte weiterhin geöffnet haben – trotz Corona.
Die kalte Jahreszeit ist für Wohnungslose besonders hart. Umso wichtiger ist es, dass die Wohnungslosenunterkünfte weiterhin geöffnet haben – trotz Corona.

Oberbürgermeister, Amtsärztin und Betreiber des Obdachlosenheimes in der Weststadt schätzten das Risiko ab. Dort gab es bisher keinen einzigen Corona-Fall

Schwerin | Der erste Schnee ist gefallen, die Temperaturen sind nahe dem Gefrierpunkt. Wohl dem, der ein Dach über dem Kopf hat und die Heizung aufdrehen kann, damit es in den eigenen vier Wänden warm bleibt. Doch was passiert mit denen, die kein Zuhause haben? Die kalte Jahreszeit stellt Wohnungslose immer wieder vor große Herausforderungen. Hinzu kommt die angespannte Corona-Lage. Doch wie gehen die Verantwortlichen mit der heiklen Situation um? Gibt es Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 3G auch für die Schweriner Obdachlosenunterkunft oder für die Angebote der Caritas? Risikoabschätzung für Schweriner Unterkunft „Das ist derzeit ein brandaktuelles Thema bei uns“, erklärt Stefan Jäger vom Fachdienst Soziales der Stadt. Ihnen sei auch nicht entgangen, dass sich die Coronalage in den vergangenen Woche zugespitzt habe. Zusammen mit Oberbürgermeister, Amtsärztin und Betreiber des Obdachlosenheimes in der Weststadt habe man sich zusammengesetzt und die Lage analysiert. „Wir haben eine Risikoabschätzung gemacht. Da sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir keine härteren Zugangsbeschränkungen für Obdachlose beschließen“, so Jäger. Lesen Sie auch: „Wir lassen niemanden draußen“ Der Grund? Bisher wurde in der Unterkunft kein einziger Corona-Fall gemeldet. Die üblichen Ansteckungsherde wie Großveranstaltungen würden hier nicht erschlossen werden. „Das ist hier teilweise wie eine kleine einsame Insel. Außerhalb der Einrichtung haben die Bedürftigen oft nicht große Mengen sozialer Kontakte. Daher ist das Cluster recht klein und das Risiko dadurch geringer“, erklärt Jäger. Außerdem sei auch die Kapazitätsgrenze nicht erreicht. 45 Obdachlose könnte die Einrichtung aufnehmen, belegt sind etwa 30 Betten. Notwohnungen stehen bereit Einen Aufnahme-Stopp gibt es zwar nicht, das Virus fordert dennoch eine Umstellung. Normalerweise mussten sich Hilfesuchende vor Ort im Stadthaus melden. Bereits seit dem vergangenen Jahr wurde dies umgestellt. Nun erfolgt die Registrierung direkt bei der Wohnungslosenunterkunft. Außerdem wurden von der Stadt Notwohnungen eingerichtet, die im Bedarfsfall bezogen werden könnten. „Falls ein Coronafall auftritt, könnten wir so für Isolation sorgen. Darauf mussten wir zum Glück noch nicht zurückgreifen“, erklärt Jäger. 80 Prozent der Café-Besucher sind geimpft 2G oder 3G gibt es für das Schweriner Straßencafé der Caritas auch noch nicht. „Wir zählen als Beratungsangebot und nicht als Gastronomie“, erklärt Christoph Schlegel vom Fachdienst für besondere Lebenslagen. Dennoch wird vor Ort auf die besondere Situation aufmerksam gemacht. Die Mitarbeiter vor Ort fragen den Impfstatus ab und machen auf etwaige freie Impfaktionen aufmerksam, falls Interesse daran besteht. „Etwa 100 Gäste haben wir in einem Monat. 80 Prozent davon sind geimpft. Manche Leute, die auf der Straße leben, wissen aber noch gar nichts von den Impfungen. Da klären wir auf“, so Schlegel. Auch das ist interessant: Wohnungslos ist nicht gleich obdachlos Anders verhält es sich mit der Einrichtung in der Keplerstraße im Mueßer Holz. Dort gibt es strengere Zugangsregeln, weil es keine Beratungsstelle sondern eine Tagesstätte ist. Geimpfte Personen werden vor Ort zweimal wöchentlich getestet. Wer keine Corona-Schutzimpfung hat, muss jeden Tag einen negativen Test haben. ...

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