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25. November 2017 | 12:39 Uhr

6000 Kinder bekommen Hilfe

vom

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2012 | 10:08 Uhr

Lewenberg | Wo können entwicklungsgestörte und -auffällige Kinder und Jugendliche außerhalb eines stationären Klinikaufenthalts langfristig und umfassend betreut werden? Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Peter Clemens, Chefarzt der Kinderklinik und Mitglied des Fördervereins, gestern gern und voller Stolz: im Kinderzentrum Mecklenburg. Er selbst hatte ehrenamtlich die sozialpädiatrische Einrichtung vor gut 20 Jahren aus der Taufe gehoben und trägt maßgeblichen Anteil an deren beeindruckender Entwicklung.

Wurden zunächst jährlich 600 kleine Patienten von sechs Mitarbeitern der Nachsorge- und Betreuungseinrichtung versorgt, so sind es heute mehr als 6000, die von insgesamt 60 Kinderärzten, Psychologen, Physio- und Sprachtherapeuten, Kinderkrankenschwestern, Sozialpädagogen und weiteren Mitarbeitern betreut werden. "Der Grundgedanke des Kinderzentrums ist es, für alle Kinder mit Entwicklungsproblemen da zu sein, Hilfe und Unterstützung zu geben. Das ist das Ziel, dem passen wir Leistungen und Strukturen an", sagte Thomas Wagner, Geschäftsführer des Kinderzentrums, gestern beim Tag der offenen Tür. "Dank der großartigen Spendenaktion, zu der die SVZ Ende vergangenen Jahres aufgerufen hatte, können wir jetzt auch im Bereich der ambulanten Nachsorge im häuslichen Umfeld einen gewaltigen Sprung nach vorn machen."

Woher rührt die große Nachfrage nach den Leistungen dieser Spezialeinrichtung? Dr. Heike Haase, die gerade die medizinische Leitung des Sozialpädiatrischen Zentrums übernommen hat, sieht dafür mehrere Gründe: "Die Veränderungen in der Gesellschaft und in der Familie erzeugen neue Bedingungen, auf die wir reagieren müssen. Wachsende Kinderarmut, die vielschichtigen Probleme des so genannten abgehängten Prekariats und die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit im Land sind einige Ursachen. Wir haben mehr Alleinerziehende, mehr Patchwork-Familien, mehr offene Beziehungen, die bei Kindern Verunsicherung, unklare Grenzen und Strukturen erzeugen. Es gibt höheren Beratungsbedarf der Eltern, denen oft elementare Erziehungskompetenzen fehlen", fasst Dr. Haase ein Phänomen zusammen. Andererseits wachse auch die Zahl überforderter Kinder von ehrgeizigen Eltern. Darauf wolle das Kinderzentrum gemeinsam mit Partnern reagieren und seine Leistungspalette diesen Herausforderungen anpassen.

Das geschieht zum Beispiel durch Vernetzung und Kooperation. "Ich arbeite gern mit dem Kinderzentrum zusammen, es ist eine hilfreiche Partnerschaft", sagt der niedergelassene Schweriner Kinderpsychologe Gerhard Conradi. Das sehen auch Yvonne Wünsche, Leiterin des Sprachheilkindergartens, oder Angela Meyer von der ASB-Frühförderstelle so. "Hier wird Kindern und Eltern schnell und kompetent geholfen. Das hat sich in ganz Mecklenburg herumgesprochen", bestätigen Annegret Dunkelmann und Christina Becker aus der Kinderarztpraxis Lübz.

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